Gastronomie
Kaserne wird zum Gastro-Magneten: Mit Rhyschänzli und Grenzwert übernehmen die Grossen der Szene

Die Kaserne Basel punktet nach Corona mit grossen Namen. Die Rhyschänzli-Gruppe übernimmt das Café und Cécile Grieders Grenzwert-Gruppe die Bar im Turm. Einzig der Restaurantbetreiber ist noch offen.

Andreas Schwald
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Baustelle Kaserne Basel
6 Bilder
So sah die Kaserne Basel vor der Sanierung und dem Umbau aus.
Blick auf die Baustelle der Kaserne Basel am 29. April 2020.
Die Arbeiten laufen trotz Coronakrise weiter.
Die Kaserne soll über drei Restaurants verfügen: Ein Lokal, ein Café und eine Bar.
Die Kaserne ist für Basel ein Premium-Ort als Erholungsgebiet, aber auch als Werkplatz.

Baustelle Kaserne Basel

Focketyn del Rio

Hermès Beurret ist hin und weg, wenn er von der Kaserne Basel als Gastro-Standort erzählt. Beurret, der zur Geschäftsleitung der Basler Rhyschänzli-Gruppe gehört, hat nun den Zuschlag für das neue Café im Erdgeschoss des sanierten Baus erhalten. Das entsteht praktisch dort, wo die Rhyschänzli-Gruppe schon seit Jahren die Buvette im umgebauten Cargo-Container betreibt und Basel mit Burger-Snacks und Dolce Vita eindeckt.

Mit der Buvette wird das Café aber bis auf den Betreiber nicht mehr allzu viel gemeinsam haben. «Klar, man wird natürlich erkennen, dass es ein Lokal der Rhyschänzli-Gruppe ist», sagt Beurret. Das Konzept ist aber komplett neu: Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit, entwickelt in Zusammenarbeit mit der Basler Beraterfirma Ecos.

«Für unsere Gruppe ist das ein Pilotprojekt», so Beurret. Ziel ist es, ein der kompletten Nachhaltigkeit verschriebenes Café rentabel zu betreiben. «Wir wollen zeigen, dass das auch ohne Subventionen geht.» Die Erfahrungen sollen dann nach und nach in den anderen Lokalen der Gruppe umgesetzt werden. Die Rhyschänzli-Gruppe betreibt in Basel das gleichnamige Rhyschänzli, aber auch die Union-Burger-Kette oder das Restaurant Klingeli im Kleinbasel, nur wenige Meter von der Kaserne entfernt.

Die Turmbar mit der schicken Dachterrasse

Ebenfalls ein Kleinbasler Gastro-Urgestein ist Cécile Grieder. Ihre Grenzwert-Gruppe wird die Bar im Kasernenturm mit Dachterrasse übernehmen. Freuen darf man sich neben der Aussicht auch auf die hervorragende Getränkekarte, für die Grieders Lokale berühmt sind. Auch sie ist im Kleinbasel aktiv, mit dem «Roten Bären» hat sie schon den Gault Millau beeindruckt, der «Schwarze Bären» ist zurzeit allerdings auf Zwischenstation, da es in der ursprünglichen Liegenschaft an der Rheingasse vergangenes Jahr zu einem Brand im Dachgeschoss gekommen war.

Damit sind zwei der drei neuen Lokale, die auf August 2021 hin eröffnet werden sollen, vergeben. Offen ist zurzeit noch die Betreiberschaft des Restaurants, das in der Kaserne vorgesehen ist. Kantonsentwickler Lukas Ott, der den Vorsitz bei der Vergabekommission hatte, verweist auf Corona: «Die Verhandlungen konnten noch nicht ganz abgeschlossen werden.» Geplatzt seien sie allerdings nicht, hält Ott fest. In der Tat hätten verschiedene Kriterien angesichts Corona neu beurteilt werden müssen. Wer Verhandlungspartner ist, will Ott noch nicht sagen. Er zeigt sich aber zuversichtlich, dass auch der dritte Vertrag abgeschlossen werden kann.

Das Kleinbasel ist definitiv der «Place to be»

Wer der dritte Betreiber ist, bleibt somit offen. Kantonsentwickler Lukas Ott kann sich zum jetzigen Zeitpunkt dazu nicht äussern. Angesichts der zwei anderen Gastro-Betreiber seitens Rhyschänzli- und Grenzwert-Gruppe dürfte aber ebenfalls mit einer Szene-Grösse gerechnet werden. Der Betrieb eines Speiserestaurants gehört schliesslich zur Königsdisziplin der Branche.

Damit wird das Kasernenareal zu einem regelrechten Gastronomie-Cluster im dahingehend ohnehin aufstrebenden Kleinbasel entlang des Rheinufers. Auf dem Areal befindet sich nach wie vor die Parterre-Gruppe als Platzhirsch, das Klingeli liegt gleich um die Ecke, der «Rote Bären» befindet sich in Gehdistanz, ebenso das «Ufer 7» der Wyniger-Gruppe sowie das Hotel Krafft und das Consum von Franz-Xaver Leonhardts Krafft-Gruppe. Dazu gibt es eine Vielzahl von Szene-Bars und Beizen mit gutbürgerlicher Küche.

Die umgebaute Kaserne soll ab kommendem Jahr den Betrieb als Kultur- und Kreativzentrum aufnehmen. Noch offen ist allerdings die Suche nach einer Betriebsgesellschaft der Kaserne selbst. Diese wurde wegen der Coronakrise sistiert. Laut Ott geht die Steuerungs- und Vergabekommission Kasernenareal allerdings davon aus, dass dennoch termingerecht eröffnet werden kann. Dann soll der sanierte Bau zu einem Magnet für Basler und Besucher gleichermassen werden.