Wildtier- und Jagdgesetz
In den Langen Erlen gilt Leinenpflicht während der Brutzeit

Die Basler Regierung verabschiedete das neue Wildtier- und Jagdgesetz. Dieses regelt auch die umstrittene Leinenpflicht. So müssen in den Langen Erlen die Hunde während der Brut- und Setzzeit an der Leine geführt werden.

Helena Krauser
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Das neue Wildtier- und Jagdgesetz regelt auch die Leinenpflicht in der Langen Erle.

Das neue Wildtier- und Jagdgesetz regelt auch die Leinenpflicht in der Langen Erle.

Chris Iseli

Wenn im Frühling die Küken schlüpfen und die Wildtiere ihre neugeborenen Jungen sorgsam beschützen, ist in den hiesigen Wäldern Vorsicht geboten. Dies gilt auch in stadtnahen Gebieten wie den Langen Erlen. Insbesondere Hundebesitzerinnen und -besitzer müssen aufpassen, dass die Tiere nicht gestört werden. Die Leinenpflicht wurde in der Basler Politik in diesem Zusammenhang immer wieder diskutiert.

Mit der Verabschiedung des neuen Wildtier- und Jagdgesetzes wählte der Regierungsrat nun einen Mittelweg. Neu soll gelten, dass Hunde in den Langen Erlen während der Brut- und Setzzeit an der Leine geführt werden müssen, wie Toprak Yerguz, Mediensprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements, auf Nachfrage bestätigt. Der bereinigte Ratschlag zur neuen Gesetzgebung wurde an den Grossen Rat überwiesen.

Ein Kompromiss für die Leinenpflicht in Aussicht

In der entsprechenden Medienmitteilung legt der Regierungsrat dar, dass die Leinenpflicht der umstrittenste Punkt des neuen Wildtier- und Jagdgesetzes ist. Auf der einen Seite seien die meisten politischen Parteien dafür, den Hunden möglichst ganzjährig in den Langen Erlen freien Auslauf zu gewähren. Auf der anderen Seite würden Naturschutzverbände und Fachleute zum Schutz der Wildtiere eine strikte Leinenpflicht fordern, insbesondere während der Brut- und Setzzeit.

Im Zusammenhang mit dem neuen Gesetz stellt das Justiz- und Sicherheitsdepartement als Kompromiss in Aussicht, dass den Hunden ganzjährig ein Gebiet zum freien Auslauf zur Verfügung steht. Die Details sollen in der ausführenden Verordnung geregelt werden. Somit werden sowohl die Wildtiere geschützt als auch den Hunden und ihren Besitzern eine Alternative geboten.

Neu geschaffenes Amt für Wald und Wild beider Basel

Im Zuge der Erarbeitung des neuen Gesetzes wurde ausserdem gemeinsam mit verschiedenen Interessensgruppen die Grundlage für das neue Amt für Wald und Wild beider Basel geschaffen. Dieses soll künftig als Leitbehörde, Kompetenzzentrum und Ansprechpartner für regionale Behörden, Jäger und die Bevölkerung fungieren.

Das Wildtier- und Jagdgesetz regelt auch, welche Kompetenzen und Aufgaben bezüglich der Jagd dem Kanton zufallen und welche den Gemeinden. Laut Medienmitteilung soll der Kanton vor allem die Verantwortung für übergeordnete Anliegen im Wildtiermanagement erhalten. Die übrigen Aufgaben werden den Gemeinden zugewiesen, es sei denn, sie könnten durch den Kanton effizienter erfüllt werden. Damit wolle der Regierungsrat erreichen, dass die Gemeinden den grossen Handlungsspielraum beibehalten könnten.