Basel
GGG Stadtbibliothek übernimmt Führung von Schulbibliotheken

Die Schulbibliotheken an den Sekundarschulen St. Alban und Theobald Baerwart wurden bis anhin von Lehrpersonen geführt. Nun übernimmt die GGG Stadtbibliothek die Leitung, was einige Vorteile mit sich bringt. Weitere Schulbibliotheken sollen folgen.

Elena Manuel
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Auch die Gemeinde- und Schulbibliothek Binningen im Baselbiet gehört seit dem 1. Juli zum Netz der GGG-Stadtbibliothek. (Archiv)

Auch die Gemeinde- und Schulbibliothek Binningen im Baselbiet gehört seit dem 1. Juli zum Netz der GGG-Stadtbibliothek. (Archiv)

Martin Töngi

Im Schaufenster sind Games und neue Fantasy-Romane ausgestellt. Sie sind Neuzugänge, die Christina Degen auf Wunsch der Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule St. Alban im Bestand der Schulbibliothek aufgenommen hat.

Degen führt seit neuem die Bibliothek im Auftrag des Erziehungsdepartements Basel-Stadt und der Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige (GGG). Das Ziel des Auftrags ist die aktive Leseförderung von Jugendlichen. Grund für das Pilotprojekt sei der Leseknick, sagt Klaus Egli, Direktor der GGG-Stadtbibliotheken. Jugendliche im Sekundarschulalter und vor allem Jungen würden ab zwölf Jahren nicht mehr in Bibliotheken kommen. Smartphones, Video-Spiele und andere Aktivitäten seien in diesem Alter reizvoller. Das Pilotprojekt versucht nun, diesem Trend entgegenzuwirken.

Interaktives Mitgestalten

Die Schüler werden kommende Woche zusammen mit Degen die Bücher neu anordnen, die Suche somit vereinfachen und visuelle Anreize schaffen. Sitzkissen und Sofas sollen die Schüler locken, sich länger in der Lesestätte aufzuhalten. Die Mediathek ist ein Treffpunkt geworden, den die Schüler selber mitgestalten. An einer Pinnwand hängen bereits ihre Vorschläge, obwohl die Bibliothek erst gestern offiziell eröffnet wurde: Manga-Lesungen, eine Musik-Ecke und Grusel-Hollywood-Filmabende sind besonders dringlich gewünscht. Das wolle sie schnell umsetzen, sagt Christina Degen.

Die Lehrerinnen und Lehrer, die bis anhin die Bibliothek in den Pausen verwalteten, werden nun von GGG-Mitarbeitenden wie Christina Degen abgelöst. Ob bei der Umstrukturierung die Lehrer protestiert hätten? «Nein», sagt Daniel Löw, Schulleiter St. Alban, «im Gegenteil. Die Lehrer sind erleichtert, die Betreuung abzugeben.»

Die Mediathek wird nun länger offen haben, von der 10-Uhr-Pause bis 16 Uhr. Der Vorteil der Kooperation mit der GGG sei auch das neue Rückgabemodell. Die Schulbücher können im Schmiedenhof abgegeben werden; die GGG-Bücher in der Schule. Ein Kurier bringt sie dann wieder an ihren richtigen Ort.

Das Erziehungsdepartement plant, im nächsten Sommer auch die Schulhäuser Sandgruben und Wasgenring im Projekt einzubinden.

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