Gastronomie
Neues Leben für einen Ort des Durchgangs: «La Boulangerie» öffnet am 1. August in Kleinbasel seine Türen

Bislang bot das Schafgässlein in der Kleinbasler Altstadt keinen Grund zum Verweilen. Das kann sich ab dem 1. August dank der «Boulangerie» ändern.

Patrick Marcolli
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Offen ab dem 1. August: «La Boulangerie» im Schafgässlein.

Offen ab dem 1. August: «La Boulangerie» im Schafgässlein.

Bild: zVg

Es gibt Orte in der Stadt, die keinerlei Aufenthaltsqualität haben, nur Orte des Durchgangs sind. Das Schafgässlein im Kleinbasel gehört dazu. Es verbindet die Rhein- mit der Rebgasse, die Utengasse kreuzt es etwa in der Mitte. Bislang war das Angebot an Läden in den Sockelgeschossen der Altstadtgebäude Mangelware. Die Kunstgalerie «Basler Lädeli» bildet die löbliche Ausnahme. Und an der Ecke Utengasse und Schafgässlein sorgt das legendäre «Schafeck» für etwas Leben.

Ab dem 1. August nun wird es eine weitere kleine Aufwertung dieses Passagen-Orts geben: «La Boulangerie» heisst der Laden im Haus mit der Nummer 8, welcher eine Mischung aus Bäckerei und Café sein wird. Das Betreiberinnen-Trio gab gestern die Details seines Konzepts bekannt. Gekauft werden können neben Backwaren auch Salate und Müesli, daneben gibts Kaffee und Kuchen, Bier und Wein – und vor dem Laden Tische und Stühle zum Verweilen auf der Gasse.

Viel Entwicklungspotenzial

Die Liegenschaft, in welcher sich die «Boulangerie» befindet, ist seit einiger Zeit im Eigentum von Tino Krattiger. Der Kulturunternehmer («Im Fluss») und Architekt hat seinen Wirkungskreis somit ausgeweitet. Bislang galt er als «Mr. Rheingasse»: Mit den Läden in seinen Liegenschaften (Gelateria und Coiffeur) sowie dem Weihnachtsmarkt hat er massgeblich dazu beigetragen, dass die einstige verruchte Altstadtstrasse eine Aufwertung erfuhr und heute am Abend eine Flaniermeile ist.

Im Gespräch mit dieser Zeitung erwähnt Krattiger, dass dort, wo die Bäckerei Anfang August ihre Türen öffnen wird, in den Achtzigerjahren zunächst ein Laden geplant war, danach aber Büros eingebaut wurden. Er erachtet die «Boulangerie» mit ihrer «sanften Gastronomie» als grosse Chance für das Gässlein selbst, aber auch das Quartier. Der Uten- und Rebgasse attestiert er viel Entwicklungspotenzial. Sie seien heute etwas «vergessene» Strassen. Die «Boulangerie» könnte ein Schritt in die richtige Richtung sein.