Konzert

Euphorie in der St. Jakobshalle – Mumford & Sons begeisterten 11'000 Fans

Die britische Band Mumford & Sons. (Archiv)

Die britische Band Mumford & Sons. (Archiv)

Die britische Band trat in der umgebauten Joggelihalle auf.

Man war aus mehreren Gründen gespannt auf den Auftritt von Mumford & Sons in der Basler St. Jakobshalle. Da stellte sich etwa die Frage, ob die britische Folkrock-Band zehn Jahre nach ihrem Durchbruch noch immer ziehen würde. Ihr Einfluss ist unbestritten, davon zeugen allein die Epigonen, die man in der Schweiz ausmachen kann – vom Zürcher Sänger Faber bis zur Schaffhauser Band The Gardener And The Tree.

Mit ihrem Debüt «Sigh No More» haben Frontmann Marcus Mumford und Band 2009 den Folk aus dem Pub rausgeholt und in die Stadien hineingeführt. Ob das Publikum aber heute noch immer in Scharen kommen würde? Die Antwort gab der Menschenauflauf am Sonntagabend: Oh ja!

Die St. Jakobshalle war beinahe ausverkauft. Das dürfte nicht nur die Zürcher abc Production, sondern auch die Basler Hallenbetreiber gefreut haben, mangelt es ihnen doch noch an Erfahrungswerten, was die frisch renovierte Halle und grosse Gigs angeht. In diesem Jahr etwa stehen gerade mal drei öffentliche Konzertveranstaltungen auf dem Programm.

Aussergewöhnliche Konstruktion

Mit Andrea Bocelli wurde im Januar die Klassik-Klientel bedient. So fragte sich der Rockfan also auch: Wie wirkt sie denn, die neue Halle? Durchaus freundlich, auch wenn an Garderoben und Getränkeständen in den Stosszeiten lange Wartezeiten auszumachen waren. Gerade die erhöhte Nachfrage nach Bier hätte sich bei einer Band wie Mumford & Sons doch erahnen lassen.

Und wie «verhebt» die Halle akustisch? Ein erstes Urteil wäre anmassend, auch, weil die Briten mit einer aussergewöhnlichen Konstruktion auf Tour sind: Ihr viertes Album «Delta» stellen sie auf einer Bühne vor, die sie in der Hallenmitte platzieren. So hat das Publikum von allen vier Seiten Einblick, keine klassische Frontalsituation also, entsprechend knifflig die Beschallung.

An unserem Standort klang das durchaus überzeugend. Und dank Liveprojektionen hatte man das Kernquartett via Leinwand auch immer im Blickfeld, egal, wo man sich befand. Erfrischend wirkte aber nicht nur das Set-up, sondern auch das Line-up, das streckenweise zum Nonett erweitert wurde. Mal kam ein Bläsersatz (Trompete und Posaune) hinzu, mal eine Violine oder auch zwei Synthies.

Das sorgte für Abwechslung, ebenso die Spielfreude: Mumford & Sons weisen nach zehn Jahren keine Abnützungserscheinungen auf, auch wenn die neueren Songs nicht dieselbe Sogwirkung erzielen wie jene ihrer ersten zwei Alben. Besonders euphorisch wurden denn auch die älteren Klassiker begrüsst: «Little Lion Man» oder «I Will Wait» etwa verwandelten die Halle in eine Hüpfburg.

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