Die Box würde kaum auffallen, würde davor nicht eine Leiter stehen, die zwei Mitarbeiter von Network 41 immer wieder mit Werkzeugen ausgestattet hinaufsteigen. Etwa auf zwei Meter Höhe ist die Box aufgehängt, zirka 25 auf 25 Zentimeter gross, anthrazitfarben bemalt. Was an diesem Morgen am Kiosk-Häuschen am Aeschenplatz installiert wird, ist einer von insgesamt 20 W-Lan-Hotspots, die Touristen in Basel ab Anfang 2017 gratis Internet-Zugang verschaffen sollen.

Der Grosse Rat hat bereits 2014 die Errichtung eines flächendeckenden W-Lan-Netzes geprüft. Aufgrund der hohen Kosten von rund 7,5 Millionen Franken wurde der Plan jedoch wieder verworfen. Ein drahtloser Internetzugang gehört allerdings zu den meistgefragtesten Dienstleistungen im Tourismus.

Daher hat Basel Tourismus die Idee vom Kanton wieder aufgenommen und nach einer kostengünstigeren Alternative gesucht. Die Finanzierung der Hotspots wird nun über die Gasttaxenerträge gelöst. Entsprechend ist das Netz ausschliesslich den Touristen vorbehalten, die in Basel übernachten.

«Finanzierbar ist das Projekt, weil wir unser Angebot auf touristisch relevante Orte beschränken können. So kommt es uns deutlich günstiger, als es die Stadt gekommen wäre», erklärt Isabelle Varisco, Projektleiterin bei Basel Tourismus.

Denn Basel Tourismus stattet nur die Hotspots Basels mit Hotspots aus – vom Münsterplatz über den Marktplatz oder den Messeplatz. 200 000 Franken betragen die Initialkosten, hinzu kommen 50 000 Franken an wiederkehrenden Kosten. Dieser Betrag umfasst die Installation und den Betrieb aller 20 Hotspots, die bis Ende 2017 in Basel Touristen frei surfen lassen sollen.

Glasfaser ist ein Muss

Die kleine anthrazit-farbene Box, deren Signal sogar schon in der Liste der W-Lans in der Nähe auf dem Smartphone angezeigt wird, ist eine der ersten. Bis Ende Jahr sollen neun sogenannte Access Points installiert und per 1. Januar 2017 in Betrieb sein.

Aber ganz so einfach, wie die zirka zweistündige Installation an diesem Morgen aussieht, sei es dann eben doch nicht, betont Varisco. «Es fängt schon damit an, dass in Basel noch nicht überall Glasfaser vorhanden ist. Und wir brauchen Gebäude, die mit Glasfaser ausgestattet sind.» Nötig ist dies, weil das W-Lan schnell bleiben soll, auch wenn bei Grossveranstaltungen viele Gäste gleichzeitig surfen.

«Diese Voraussetzung hat die Projektumsetzung erschwert», sagt Varisco. Die benötigten Gebäude an den angedachten Standorten hat Basel Tourismus inzwischen gefunden, aber auch dies sei ein längeres Prozedere gewesen. Teils konnte mit Immobilien Basel-Stadt kooperiert werden, teils mussten private Hausbesitzer angefragt werden, ob eine kleine Box, die zwar kaum zu sehen ist, aber für die es Löcher in der Fassade braucht, angebracht werden darf.

«Zu Beginn haben wir befürchtet, dass die Liegenschaftsbesitzer wenig kooperativ sein werden. Aber die Resonanz und Unterstützungsbereitschaft war gross. Und wenn’s mal läuft, dann läuft’s.» Dennoch sei der Zeitaufwand gross gewesen: Für jeden Hotspot musste mit den Liegenschaftsbesitzern ein Vertrag aufgesetzt und abgeschlossen werden, alles ausgemessen und Tests vollzogen werden. Jetzt sei man einfach froh, dass die ersten Boxen installiert sind und das Projekt umgesetzt wird.

Zehn Rappen pro Gast

Am kommenden Donnerstag, dem 22. Dezember, werden die Basler Beherbergungsbetriebe informiert und geschult. Denn auch von ihnen hängt ab, ob die Touristen das Angebot tatsächlich nutzen: «Wenn sie ihre Gäste nicht informieren, dass die Möglichkeit des kostenlosen Surfens besteht, wäre das schade. Diese zahlen schliesslich auch dafür.»

Das W-Lan-Netz kostet pro Jahr zirka 3% des Gasttaxentotals von insgesamt 4,2 Millionen Franken – oder anders gesagt: zirka zehn Rappen pro Gast. Dieser bekommt an seinem Übernachtungsort einen Flyer mit einem Code, den er auf der Startseite eingeben kann und ihm von dann an den Zugang zum «Guest WiFi Basel» über die Dauer seines Aufenthalts erlaubt.

Die Startseite – eine Art komprimierte Homepage von Basel Tourismus – wird für alle zugänglich sein, auch für jene, die keinen Zugangscode haben. Wie wichtig es ist, dass das Netz schon Anfang 2017 aufgeschaltet wird, zeigt die Tatsache, dass der Gegenwert für Basel kaum zu beziffern ist, wie dies schon beim Pokémon-Go-Video der Fall war: «Jedes auf Social Media hochgeladene oder geteilte Bild von Basel ist kostenlose Werbung.

Nun müssen die Gäste nicht mehr warten, bis sie in einem Café oder zurück im Hotel sind, sondern können ihre Schnappschüsse gleich nach dem Fotografieren auf Facebook oder sonstige soziale Netzwerke laden. Zudem erleichtert es den Touristen den Aufenthalt, wenn sie in einer fremden Stadt auf praktische Applikationen oder Karten zurückzugreifen können. Auch deshalb war das W-Lan so ein grosses Bedürfnis für uns.»