Basel
«Es passierte Knall auf Fall»: Riesiger Efeu-Teppich rauscht zu Boden

Halb Basel kennt die Efeu-Wand beim Durchgang zum Andreasplatz. Jetzt ist sie Geschichte. Am Donnerstagnachmittag hat sie sich vom 3-stöckigen Gebäude gelöst. Verletzt wurde niemand.

Benjamin Wieland und Jürg Krebs
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Efeu am Andreasplatz
11 Bilder
Efeu-Wand
Die Hausfassade trug jahrzehntelang eine Efeu-Wand. Warum ist sie abgefallen?
Hausfassade beim Durchgang zum Andreasplatz.
Das ist von der Efeu-Wand übrig. Ein Stummel...
Wenigstens hat das Schaufenster wieder etwas mehr Licht.
Hausfassade beim Durchgang zum Andreasplatz.
Waldemar Gerber vor seinem Antiquariat in er Schneidergasse.
Gärtner schnitten am Freitag das übrig gebliebene Efeu zurück.
Waldemar Gerber vor seinem Antiquariat in er Schneidergasse. Das Effeu wurde in den 80ern gepflanzt.
Waldemar Gerber vor seinem Antiquariat in er Schneidergasse. Ob die Efeu-Wand nachwächst ist noch offen.

Efeu am Andreasplatz

zvg Grabmacherjoggi

Jahrzehntelang durfte Waldermar Gerber das üppige grüne Efeu an der ganzen Fassade seines Antiquariats in der Basler Schneidergasse bewundern. Gestern am frühen Nachmittag hat sich die zehn Meter breite und mehrere Stockwerke hohe Pflanzenwand gelöst und ist in die Gasse gefallen. Gerber erzählt der bz: "Es passierte Knall auf Fall. Ich hätte nicht gedacht, dass das Efeu herunterfallen könnte. Ich bin erschrocken."

Der Durchgang von der Schneidergasse zum Andreasplatz war komplett zu. Es war laut Gerber kein Durchkommen mehr. Bis zu zwei Meter hoch habe das Efeu-Gewirr aus Stämmen, Ästen und Blättern gelegen.

Grabermacherjoggi stiess auf einen Haufen Grün

Der Grabmacherjoggi war gerade auf einer Tour, da stiess der Stadtführer mit einer Gruppe auf den riesigen Haufen Grünzeug in der Verbindung zwischen Schneidergasse und Andreasplatz. Grabmacherjoggi schickt der bz ein Foto, das er etwa um 17 Uhr geknippst und später auf seinem Twitteraccount publiziert hat.

Efeu am Andreasplatz

Efeu am Andreasplatz

zvg Grabmacherjoggi

Die Feuerwehr hatte den riesigen Haufen bereits klein geschnitten. Der Durchgang zum Platz, zwischen dem Restaurant Hasenburg und dem Antiquariat Gerber, sei um 17 Uhr bereits wieder passierbar gewesen.

Auf dem Blog des Quartiervereins «Lääbe in der Innenstadt» wird ein Gärtner zitiert. Er macht für das Absinken der Pflanze die grosse Trockenheit der vergangenen Sommermonate verantwortlich. Das Efeu habe sich nicht mehr am Mauerwerk festhalten können.

War es der Wind?

Diese Vermutung teilt auch Gerber. Es habe zum Unglückszeitpunkt auch stark gewindet. Vielleicht sei dies der Auslöser gewesen.

Am Freitagvormittag war ein Gärtnereibetrieb damit beschäftigt, das übrig gebliebene Efeu zu kürzen. Efeu kann mittels der so genannten Haftwurzeln Bäume und Wände hoch wachsen. Die obersten Triebe erreichen maximal eine Höhe von zwanzig, in Ausnahmefällen bis zu dreissig Metern.

Ob die Efeu-Wand wieder hochgezogen wird, das weiss Gerber nicht. Sein Antiquariat ist in der Liegenschaft nur eingemietet, der Hausbesitzer weilt in den Ferien. Gerber geht aber davon aus, dass die grüne Wand bleibt. Schliesslich habe der Gärtner den Stamm stehen lassen.

Gerber würde sich darüber freuen. Im Moment ist er froh, dass niemand durch das herabfallende Gehölz verletzt wurde.