Erlenmatt
Erfahrene Detaillisten statt Start-Ups: So soll die neue Einkaufsmeile bestückt werden

Etliche Läden sollen das verschlafene Quartier beleben. Als Ergänzung zum Ankermieter Coop kommen jedoch nur etablierte Unternehmen infrage.

Martina Rutschmann
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Einkaufsmeile Erlenmatt

Einkaufsmeile Erlenmatt

Baumgleiter AG
im Sommer 2019 sollen die Läden im Neubau eröffnet werden.

im Sommer 2019 sollen die Läden im Neubau eröffnet werden.

zvg

Ein Mann liegt in Badehosen auf dem Beton und sonnt sich, eine Frau spaziert mit dem Hund entlang des Parks. Sonst ist es am Mittwochnachmittag menschenleer auf der Erlenmatte.
Seit bald zehn Jahren entstehen auf dem Areal am Stadtrand unweit des Musical Theaters ständig neue Wohnungen. Deren Bewohner halten sich offenbar aber lieber anderswo auf als vor der eigenen Haustür.

Alter Name, neuer Standort

Das soll sich 2019 ändern. Im Südosten des Areals an der Ecke zur Schwarzwaldallee rackern sich Arbeiter seit Monaten ab, um mit dem Projekt «Bâleo» fristgerecht fertig zu werden. Drei Immobilienfonds der Credit Suisse realisieren zusammen mit dem Unternehmen Losinger Marazzi AG eine Überbauung mit Wohnungen, Gastronomie- und Verkaufsflächen.

Es werden die ersten Läden im neuen Quartier sein. Pläne für einen 300 Millionen teuren Einkaufstempel haben sich bereits vor Jahren im Sand verlaufen. Seither wurde ein «Kindergarden» eröffnet, eine Kinderkrippe und auch die Internationale Schule befindet sich auf dem Areal – einkaufen aber müssen die Erlenmatt-Bewohner ausserhalb.

Nun wurde mit «Bâleo» ein Name aus der Mottenkiste geholt, den Coop vor über zehn Jahren für ein Einkaufszentrum unweit des «Joggeli» benutzen wollte. Dieses wurde dann aber aus Zeit- und Kostengründen nie gebaut. Das jetzige «Bâleo» hingegen nimmt langsam Formen an.

Und nun ist auch klar, was den Verantwortlichen genau vorschwebt: «Gesucht sind erfahrene Detaillisten und keine Start-Ups», heisst es in den vier Inseraten, welche die «Immo Suisse GmbH» aus Wollerau vorgestern Dienstag aufgeschaltet hat. Demnach sollen Coop als Ankermieter, eine fest geplante Drogerie-Apotheke und eine «Fust»-Filiale durch kleinere Läden ergänzt werden.

Konkret wünschen sich die Betreiber unter anderem eine Bäckerei, einen Veloladen und einen Blumenladen. Willkommen sind ausserdem Dienstleistungsbetriebe wie etwa ein Schuhservice, ein Fitness-Center oder eine Reinigung. Flächen von 70 bis 150 Quadratmeter sind derzeit ausgeschrieben. Coop wird 2000 von den insgesamt 7500 Quadratmetern, die im Unter- und Erdgeschoss zur Verfügung stehen, für ein Lebensmittelgeschäft nutzen.

Interesse mit Vorbehalten

Als Familienbetrieb mit weit über einem Dutzend Geschäften allein in der Stadt würde die Bäckerei «Sutter Begg» gut ins Konzept passen. Dort zeigt man sich interessiert: «Grundsätzlich ist der Standort interessant», sagt CEO Katharina Barmettler-Sutter. Kaufkraft und Kundenfrequenz seien vorhanden, da noch kein Angebot an Einkaufsmöglichkeiten bestehe. Aber: «Es ist noch schwierig zu beurteilen, wo die Kundenströme durchgehen.»Konkret stelle sich die Frage: Wo wäre der attraktivste Standort für eine Bäckerei und ein Café? Zu Informationen der bz, wonach «Sutter Begg» ein Angebot erhalten habe, möchte die Geschäftsführerin nichts sagen.

Für Immobilieninserate ungewöhnlich ist die Tatsache, dass keine Angaben zum Mietzins gemacht werden. Aber auch so dürfte für Interessierte klar sein, dass eine Niederlassung im neuen Quartier kein Schnäppchenausflug wird. Die Mietflächen werden im Rohbau übergeben, steht im Inserat, und: «Der Ladenausbau ist Sache des Mieters, kann aber unter Umständen von der Eigentümerschaft vorfinanziert werden und wird dann auf den Mietpreis aufgeschlagen.»