Stadtentwicklung
Energie-Oscar Watt d'Or geht an Erlenmatt Ost – und auch an die Uni Basel

Die Basler Siedlung Erlenmatt Ost erhält den Watt d'Or. Auch das Bahnunternehmen BLS ist einer der Preisträger. Das Bundesamt für Energie (BFE) übergab der BLS und der Universität Basel die Auszeichnung für Modernisierung von Zügen, dank der Strom gespart werden kann.

Merken
Drucken
Teilen
Erlenmatt-Reportage
20 Bilder
Das Modell zeigt links im Bild die Siedlung von Erlenmatt-West und rechts die Bauten von Erlenmatt-Ost.
Dort wo zu Zeiten des n/t-Areals die E-Halle stand,...
...leben heute die Bewohnerinnen und Bewohner des Erlenmatt-West.
Die Baufelder im Osten gehören der Stiftung Habitat.
Die Genossenschaft Zimmerfrei hat eines der Baufelder im Baurecht erhalten.
Gemeinsam haben die Bewohnerinnen und Bewohner das Wohnhaus gebaut und "StadtErle" getauft.
Im Eingangsbereich organisieren sich Erwachsene und Kinder über Zettelchen.
Dort suchen sie nach Mitstreitern für gemeinsame Projekte.
Alle Balkone einer Etage sind in der StadtErle miteinander verbunden.
Auf dem Dach gibt es eine Dachterrasse zur gemeinsamen Nutzung.
Gleich gegenüber der StadtErle liegt ein öffentlicher Spielplatz.
Die Öffnungszeiten und Vorschriften des Spielplatzes sind genau geregelt.
Die festgeschraubten Bänke im Park.
Blick auf das Erlentor am südlichen Eingang des Areals
Im Hintergrund die grüne Fassade der StadtErle, davor die Liegenschaft der Sovag für soziales Wohnen und im Vordergrund das Mehrfamilienhaus der Erlenflex Genossenschaf.
Während viele Bereiche des Areals schon lang bewohnt sind, wird an anderen Stellen noch kräftig gebaut.
Das alte Getreidesilo wird zum "Haus für Kosmopolitisches" umgebaut.
Ein Abschnitt des zentralen Parks. An diesem Mittwochnachmittag war er leer.
Die Bäume auf dem Erlenmattareal sind noch jung. Es werden noch ein paar Jahre vergehen, bis sie ein schattenspendendes Wäldchen bilden.

Erlenmatt-Reportage

Juri Junkov

Die BLS und die Universität Baselerhalten den Watt d'Or der Kategorie "Energieeffizente Mobilität", wie das BFE am Donnerstag mitteilte. Der emeritierte Physiker Peter Oelhafen wollte demnach eine Messkampagne durchführen und konnte auf Fahrzeuge der BLS zurückgreifen. Die Resultate seien eindrücklich gewesen, so das BFE.

Die Messergebnisse führten zu einer umfassenden Modernisierung von 36 S-Bahn-Zügen des Typs "Nina", die 2019 abgeschlossen sein wird. Damit und mit weiteren Massnahmen für mehr Energieeffizienz kann die BLS jedes Jahr 13 Millionen Kilowattstunden Strom sparen. Das entspricht in etwa der Menge, die 3000 Haushaltungen verbrauchen.

Erlenmatt Ost als Vorzeigemodell für 2000 Watt

In der Kategorie "Gebäude und Raum" wird das künftige Quartier Erlenmatt Ost auf dem Areal des früheren Güterbahnhofes der Deutschen Bahn (DB) in Basel ausgezeichnet. Bis Ende 2019 sollen in Erlenmatt Ost rund 500 Menschen nachhaltig und im Sinn der 2000-Watt-Gesellschaft leben.

Strom und Wärme in den geplanten über 200 Wohnungen sollen zu über 70 Prozent vor Ort produziert werden, dank einer Solarstrom-Eigenverbrauchsgemeinschaft. Der Watt d'Or geht an die für den Bau verantwortliche Stiftung Habitat und die Adev-Energiegenossenschaft.

Faltbar und schwebend

Den Watt d'Or der Kategorie "Energietechnologien" erhalten die DEPsys SA aus Puidoux VD und die IBB Energie AG im Kanton Aargau. Ausgezeichnet wird die Smartgrid-Plattform GridEye, die Energieflüsse steuern kann. Im Auftrag der IBB Energie AG wurde sie auf dem Flugplatz Birrfeld AG installiert.

In der Kategorie "Erneuerbare Energien" gewannen die dhp technology AG und die IBC Energie Wasser Chur. Sie installierten bei der Kläranlage Chur ein schwebendes und zusammenfaltbares Solarkraftwerk, das den Strombedarf der Anlage bis zu 50 Prozent decken kann. Die Anlage erlaubt, Flächen multifunktional zu nutzen.

Mit dem Spezialpreis "Transition" zeichnete das BFE die Empa, die Eawag und dransfeldarchitekten ag aus. Das von Empa und Eawag initiierte living lab mit Namen "Nest" soll dazu beitragen, Innovationsprozesse für Gebäude zu beschleunigen. Beteiligt sind rund 140 Partner aus Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand.

Test unter echten Bedingungen

Benutzt wird für "Nest" ein modulares Gebäude, in dem neue Technologien, Materialien und Systeme und echten Bedingungen getestet werden können. Die Bereitschaft von Investoren und Bauherren, in Gebäuden innovative Techniken einzusetzen, sei gering, schrieb das BFE zu der Auszeichnung.

Jurypräsidentin und Ständerätin Pascale Bruderer Wyss (SP/AG) übergab die nicht mit Preisgeldern dotierten Auszeichnungen am Donnerstag in Bern. Der Energiepreis Watt d'Or wurde 2019 zum 12. Mal vergeben. Für die diesjährige Ausgabe waren 44 Bewerbungen eingereicht und von Experten beurteilt worden.