Kommentar

Ein Entscheid für die Mütter

Zwanzig Tage Vaterschaftsurlaub sind deshalb nicht einfach ein Zückerchen für Väter, sondern vor allem eines: ein Entscheid für die Mütter. (Archivbild)

Zwanzig Tage Vaterschaftsurlaub sind deshalb nicht einfach ein Zückerchen für Väter, sondern vor allem eines: ein Entscheid für die Mütter. (Archivbild)

Zu teuer, zu umständlich und schlicht unnötig: Die zwanzig Tage Vaterschaftsurlaub sorgten bei bürgerlichen Parteien im Basler Parlament für Unmut. Das Hauptargument der Gegner: Die Steuerzahlenden sollten nicht für private Familienangelegenheiten aufkommen müssen. Es ist ein Hohn in den Ohren junger Eltern, die versuchen, ihren Alltag gleichberechtigt aufzuteilen. Und zwar nicht nur, weil frischgebackene Väter vielleicht gerne mehr Zeit mit ihrem Nachwuchs verbringen würden, sondern auch und vor allem, weil sie die familiäre Verantwortung mit ihrer Partnerin teilen wollen.

Noch immer erledigen in der Schweiz grösstenteils die Frauen die Hausarbeit und betreuen die Kinder – gratis und franko. Gerade in den Wochen nach der Geburt eines Kindes kann eine Mutter diese Gratisarbeit schlicht nicht mit der gleichen Kraft ausüben wie sonst. Mit einem Vaterschaftsurlaub (oder noch besser: einer Elternzeit) honoriert der Kanton diese Arbeit.

Auf nationaler Ebene wurde nun bereits ein zweiwöchiger Vaterschaftsurlaub eingeführt. Das ist ein erfreulicher Entscheid. Dass Basel-Stadt hier weiter geht, ist vorbildlich – und ein dringend nötiger Schritt zu mehr Gleichberechtigung. Vier Wochen Vaterschaftsurlaub sind schliesslich nicht einfach ein Zückerchen für Väter, sondern vor allem eines: ein Entscheid für die Mütter. Und damit einer für die Gesellschaft.

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