Arbeitsbedingungen
Ehemaliger Za Zaa-Manager packt aus: Kommunikatives Unvermögen ist Schuld an den Missständen

Noch vor zwei Monaten vertrat Umut Koylu die Aasamo Gastro GmbH in der Öffentlichkeit und verteidigte seinen Vorgesetzten Ismail Korkut. Mittlerweile ist der ehemalige Manager nicht mehr angestellt. Jetzt spricht er darüber, was seiner Meinung nach die Quelle der Missstände in Korkuts Restaurants ist und berichtet von seiner Absicht, den Betrieb aufzukaufen.

Helena Krauser
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Hier soll ein neues Za-Zaa-Restaurant eröffnet werden.

Hier soll ein neues Za-Zaa-Restaurant eröffnet werden.

Kenneth Nars

Der Geschäftsführer der Aasamo Gastro GmbH, zu der die Restaurants Za Zaa, Kleine Freiheit und einige Take Aways gehören, wird von Mitarbeitenden und der Gewerkschaft stark kritisiert. Die Vorwürfe reichen von bürokratischen Missständen bis zu zwischenmenschlichem Versagen. Korkut wird vorgeworfen, seine Mitarbeitenden psychisch unter Druck zu setzen und auszunutzen.

Umut Koylu habe seine Kündigung im Gespräch mit Korkut erahnen müssen, erzählt er der bz. Explizit gekündigt habe ihm sein Vorgesetzter nicht. Dieses kommunikative Unvermögen macht Koylu verantwortlich für die Missstände innerhalb des Betriebs. «Korkut schiebt jede Verantwortung von sich und fühlt sich dann übergangen, wenn sie wahrgenommen wird.»

Damit formuliert er, was auch schon vorherige Manager berichteten. Ausserdem sei Korkut buchhalterisch überfordert. «Als ich meine Stelle im März antrat, gab es keine Zeiterfassung und keine proaktive Personalführung – und das bei 54 Mitarbeitenden.»

Angefangen habe er seine Stelle als Marketing Manager. Bald sei er aber verantwortlich für alle Aufgaben eines Geschäftsführers gewesen und somit einer von vielen Geschäftsführern, die Korkut innerhalb kurzer Zeit angestellt und wieder entlassen habe.

«Wenn er nicht an sich arbeitet, ist der Betrieb zum Scheitern verurteilt»

Gegen aussen gab Koylu den gewissenhaften Manager. Denn seine Absicht war, als Teilinhaber in das Geschäft zu investieren. Zunächst nur anteilsmässig; später war von einer hundertprozentigen Übernahme gemeinsam mit anderen Investoren die Rede. Die Parteien einigten sich aber nicht.

Koylu sieht den Grund dafür in Korkuts Geltungsdrang und vermutet, dass genau dieser ihm zum Verhängnis werde. «Er lebt nach dem Konzept: Wenn ich es nicht schaffe, mit dem Betrieb Erfolg zu haben, soll es keiner schaffen. Wenn er diesbezüglich nicht an sich arbeitet, ist der Betrieb zum Scheitern verurteilt», so Koylu.

Ob sich diese Prognose bewahrheitet, wird sich vielleicht bereits zeigen, wenn Korkut im Juni 2021 das geplante Restaurant im Westflügel des Bahnhof SBB eröffnet. Vorgesehen ist laut Baupublikation ein «gastronomisches Angebot im typischen Za-Zaa-Stil» mit 160 Sitzplätzen.