Beizen-Tour
Dr Maagefaarblaan

Zu unterschiedlichen Preisen verkaufen die Wirte dieselben währschaften Gerichte wir haben uns umgesehen, was es so alles gibt.

Noemi Lea Landolt und Annika Bangerter
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Essen gehört zur Fasnacht dazu. Je nach dem wo man aber hingeht, zahlt man aber auch mal etwas mehr.

Essen gehört zur Fasnacht dazu. Je nach dem wo man aber hingeht, zahlt man aber auch mal etwas mehr.

Roland Schmid

Brrrr, gruusig. Graue Wolken, prasselnder Regen. Ungemütlich ist es für die Hungrigen, die sich vor den Essensständen drängen. Der Klöpfer kühlt in der klammen Hand ab, der Senf verwässert auf dem Pappteller. So ärgerlich das Wetterpech, die Wirte freut es. Der Weg der Hungrigen führt diese Fasnacht in ihre wohlig-warmen Gaststätten.

In den Beizen ist es voll.

In den Beizen ist es voll.

Leserfoto

Dort sitzen die Fasnächtler Schulter an Schulter, die nasse Garderobe über die Stuhllehne gehängt. Luftschlangen-Deko baumelt über ihren Häuptern. Vor ihnen dampfen nicht nur Mehlsuppe und Zwiebelwähe; Fleisch und Fettiges kommen auf die Teller.

Die Tour durch zwölf Beizen in der Basler Innenstadt ist zwar nicht abschliessend, zeigt aber: Was sonst vor allem auf der Speisekarte des Braunen Mutz steht, köchelt an diesen Tagen auch in den anderen Restaurant-Küchen. Währschaftes ist des Waggis Mahlzeit: Lääberli, Rööschti, Fleischkääs oder auch mal ein Gotlette.

Vom Wurstsalat bis zum Menu

Die Kost der drey scheenste Dääg lässt sich nur in wenigen Fällen mit der herkömmlichen Speisekarte der Beizen vergleichen. In den Fällen, wo dies möglich ist, zeigt sich: Die Preise sind dieselben wie im alltäglichen Betrieb. Weder schlägt die Hasenburg beim Wurstsalat (15 Franken) auf, noch die Brasserie Baselstab beim Kalbsgeschnetzeltem (37.90 Franken) oder das Restaurant Schnabel bei der Downtown Rösti (32.50 Franken).

Doch wer sich jetzt freut: Ausnahmen gibt es. Auf der Tour der bz ist dies das Restaurant Klingental. Die meisten Menus kosten während der Fasnacht einige Franken mehr. Den Ofenfleischkäse mit Spiegelei und Pommes gibt es normalerweise für 17 Franken. Während der drey scheenschte Dääg kostet er 23 Franken. Auch auf die Pasta-Gerichte werden auf der Fasnachtskarte zwischen zwei und vier Franken draufgeschlagen. Sogar für den Griechischen Salat reicht eine Zwanzigernote nicht mehr. Er kostet während der Fasnacht 23 Franken.

Wer Lust auf Lääberli oder G’Haggts mit Hörnli hat, wird praktisch in jedem Restaurant fündig. Die Preisunterschiede sind aber beachtlich. Während es Lääberli mit Rösti in der Hasenburg für 23.50 Franken gibt, kosten sie im Gifthüttli 38.50 Franken. Teigwaren mit Hackfleisch gibt es im Braunen Mutz für 18 Franken, im Restaurant Klingental für 25 Franken – dafür gibt es Penne statt Hörnli.

Das Gifthüttli setzt auf jene mit dem grossen Hunger. Hier gibt es jeden Tag ein Menü. Das kostet 35 Franken beziehungsweise 42 Franken mit Dessert.

Der Trick mit dem Wein

Einfacher als die Gerichte lässt sich der flüssige Teil der Tafelrunde vergleichen. Dabei zeigt sich: Für Bier, Cola oder Mineral bezahlen die Gäste selten mehr als im Normalbetrieb. In einigen Fällen sind die Preise sogar tiefer. Wer in diesen drei Tagen beispielsweise einen Kaffee-Stopp in der Schlüsselzunft einlegt, schlürft Tee, Schale oder Espresso für einen Franken günstiger als sonst.

Was beim Kaffee kaum einen Qualitätsunterschied ausmacht, kann sich hingegen beim Wein zeigen. Einen Trick hat sich das Volkshaus ausgedacht. Kostet ein Rooter im Normalbetrieb durchschnittlich 59 Franken, gibt es während der Fasnacht eine Flasche für 22 Franken. Was durch die Kehle fliesst, bleibt unbekannt. Als Angabe muss «Schwizer Roote» genügen.

Aber zum Aufwärmen und lustig werden tut es diese Tage auch dieser. Edle Tropfen aus kristallenen Gläsern können wir ab Donnerstag wieder trinken.