Basel Tattoo
Diese Frau ist am Basel Tattoo für die VIPs da

Fritsli Schweizer sorgt dafür, dass die Helfer jeden Tag gepflegt gekleidet sind. Dass Fritsli Schweizer vom Festival begeistert ist, kommt nicht von der Liebe zur Musik.

Muriel Mercier
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Fritsli Schweizer ist seit sieben Jahren für die VIP-Lounge zuständig. Martin Töngi

Fritsli Schweizer ist seit sieben Jahren für die VIP-Lounge zuständig. Martin Töngi

Wer sich am Basel Tattoo hinter den Kulissen vor und nach der Show um die VIPs kümmert, muss sich vor Arbeitsbeginn zuerst dem kritischen Blick von Fritsli Schweizer stellen. Sie nämlich sorgt als Gruppenchefin der VIP-Helfer dafür, dass die Freiwilligen, die in der Basel-Tattoo-Lounge den wichtigen Gästen Champagner ausschenken und Weine oder Whisky anbieten, anständig gekleidet sind. Schwarze Hose und Schuhe, weisse Bluse. Die Frauen müssen zudem ein Foulard tragen, die Männer Krawatten – beides im karierten Muster, das als «Official-Basel-Tattoo-Tartan» markenrechtlich geschützt ist.

Hört man die Bezeichnung VIP, denkt man in erster Linie wohl an international bekannte Persönlichkeiten. Schweizer relativiert: «Unsere VIPs, sind nicht a priori VIPs. Sie werden so genannt, weil sie Billetts für die Lounge gekauft haben.» Zu den Gästen, die seit der Tattoo-Premiere von letztem Freitag in die Lounge gekommen sind, zählen der Basler Regierungsrat Carlo Conti, die Baselbieter Regierungsrätin Sabine Pegoraro, alt Bundesrat Christoph Blocher, Messe-Schweiz-CEO René Kamm oder Moderator Heinz Margot. «Letztes Jahr kam der britische Prinz Michael von Kent vorbei», erinnert sich Fritsli Schweizer. Der Cousin der Queen sei alles andere als hochnäsig gewesen.

Keine Ausnahme für Julliards Frau

Die 50-Jährige ist seit dem ersten Basel Tattoo 2006 für die VIP-Helfer verantwortlich. Die Vorschriften in Sachen Kleidung seien strenger geworden, beobachtet sie. Und sie werden von allen eingehalten – auch von Produzent Erik Julliard, dessen Frau Anfang Woche in Jeans durch die Lounge laufen wollte. «Er hat gesagt, das ginge nicht», lacht Schweizer.

Die Woche, in der das Festival stattfindet, ist in Familie Schweizers Agenda – Fritslis Mann Martin Schweizer hilft auch mit – fest eingeplant. «Das Tattoo gehört zu uns wie die Basler Fasnacht», sagt sie, die in einem «Schissdräggziigli» die «Drey scheenschte Dääg» verbringt. «Mein Mann und ich nehmen während der Tattoo-Woche Ferien.» Für nächstes Jahr überlegt sie sich sogar, ihr Arbeitspensum zu reduzieren, damit sie den Juli frei nehmen kann. «Die Arbeit am Tattoo kostet viel Energie. Man muss vom Tattoo-Virus angefressen sein, um durchzuhalten.»

«Ich bin kein Militärmusik-Fan»

Dass Fritsli Schweizer vom Festival begeistert ist, kommt nicht von der Liebe zur Musik. «Ich bin kein Fan von Militärmusik.» Ihr gefalle aber die Basler Trommelgruppe ‹Top Secret›, zu der auch Erik Julliard gehört. Und überhaupt: «Mein Mann und ich sassen am Tisch, als Julliard die Idee hatte, in Basel ein Tattoo auf die Beine zu stellen.» Die beiden Familien sind von jeher gut befreundet.

Wenn am Samstag die Derniere des Basel Tattoo 2012 vorbei ist, wird Fritsli Schweizer nicht in ein Loch fallen. «Ich freue mich, wenn ich mich wieder anderen Dingen widmen kann.» Ganz vorbei ist die siebte Ausgabe für Schweizer dann aber noch nicht. «Es ist Tradition, dass Erik Julliard und seine Frau am Sonntag zu uns zum Essen kommen.»