Vier Wochen lang wurden die Tramhaltestellen beim Barfüsserplatz, beim Marktplatz und beim Bankverein als Einfachhaltestellen genutzt. Nun ist der Praxistest vorüber: Die drei Stationen verfügen wieder über Doppelhaltestellen. Erste Umfragen zeigen, dass die Rückmeldungen auf den Testlauf bekräftigend ausfallen. Wie das Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) am Freitag mitteilte, sind die Reaktionen der Fahrgäste zu einem Grossteil positiv: Drei Viertel der insgesamt 1600 befragten Personen bevorzugen die Einfachhaltestellen gegenüber den bisher üblichen Doppelhaltestellen.

Das bestätigt ein Augenschein vor Ort: «Ich bin begeistert», sagt eine Frau, die beim Bankverein gerade aufs Tram wartet, «dieses Rumgerenne hat mich immer gestört.» Auch die anderen Passanten finden durchweg lobende Worte: «Die Situation auf der Traminsel hat sich endlich beruhigt», so der Tenor. «Vorher ist es mir andauernd passiert, dass ich ein Tram verpasst habe, weil ich am falschen Ort gewartet habe», erzählt ein Fahrgast.

Provisorien ab Sommer möglich

Ob und wann das BVD die Tramhaltestellen zu Einfachhaltestellen umbauen lässt, ist momentan noch nicht klar. Wie Projektleiterin Adrienne Hungerbühler sagt, braucht es nun erst noch eine betriebliche Auswertung. Während des Praxistests hat das BVD Daten zum Verhalten der Fahrgäste und zu den Auswirkungen auf die Fahrzeiten erhoben. Was die Tramchauffeure zum Testlauf meinen, weiss das BVD bis zur Auswertung der Daten also noch nicht.

Bis die Tramhaltestellen definitiv umgebaut werden, dürfte es laut Hungerbühler daher noch eine Weile dauern. Die Bevölkerung wünscht sich den Umbau zu Einfachhaltestellen aber derart stark, dass das BVD nun abklärt, als Zwischenschritt bereits ab Sommer provisorische Einfachhaltestellen einzuführen. Erst in einem zweiten Schritt würden diese mit einer Erhöhung der Traminsel und einer Umgestaltung der Trottoirs behindertengerecht umgebaut. Ob es zu einer definitiven Einführung von Einfachhaltestellen kommt, entscheidet das BVD in den kommenden Monaten. Wie rasch die Verantwortlichen die Umbauarbeiten durchführen könnten, ist noch offen.

Breitere Traminsel geplant

Auch für die Einführung einer Zwischenlösung braucht es noch zusätzliche Abklärungen. So ist beispielsweise noch nicht klar, ob die provisorische Verbreiterung der Traminsel beim Bankverein auch tatsächlich bestehen bleiben kann. Allerdings ist gerade diese Verbreiterung für viele Fahrgäste zentral: «Es braucht hier mehr Platz, auch wegen der Fahrräder und der Kinderwagen», sagt eine Passantin.

Weil die Verbreiterung der Traminsel beim Bankverein von derart vielen Fahrgästen gewünscht wird, klärt das BVD bereits kommende Woche ab, ob es die aktuelle provisorische Verbreiterung gleich beibehalten kann. Hungerbühler rechnet mit einem Entscheid innerhalb eines Monats.

Andere Änderungen können die Verantwortlichen mit Sicherheit nicht ohne weiteres übernehmen. Am Marktplatz befindet sich das Wartehäuschen in der Linienführung zur Schifflände nicht am Ort der Einfachhaltestelle. «Das Trottoir müsste im hinteren Bereich näher an die Gleise geführt werden», schreibt das BVD.

Ebenfalls nur temporär sind die Farbmarkierungen am Boden, welche während des Praxistests die Einstiegsorte signalisierten. Unter anderem aufgrund der «beschränkten Beständigkeit der provisorischen Folienmarkierungen» sei es nicht möglich, die Einfachhaltestellen gleich beizubehalten.