Vor zwei Jahren war noch alles nur eine vage Idee. Aber bald war klar, dass die Kantone Basel-Stadt, Baselland und Jura zusammenspannen und einen Innovationspark errichten wollen.

Noch bevor überhaupt der Segen des Bundes vorhanden war, gingen die Departemente und die Handelskammer beider Basel sehr unbürokratisch an die Arbeit. Überraschend schnell wurde ein stadtnahes Gelände am Hegenheimermattweg in Allschwil unmittelbar an der französischen Grenze gefunden. Nicht nur das: Auch ein erstes Gebäude mit einer praktisch sofort nutzbaren Labor-Infrastruktur war verfügbar: die Life-Science-Firma Actelion hatte freie Flächen.

80 Prozent vermietet

Und jetzt das: von den 5000 Quadratmetern sind 4000 bereits vermietet. Seit ein paar Wochen arbeiten hier rund 150 Forscher und Fachleute an verschiedenen Medizinaltechnik-Projekten des Unispitals, der Universität und der Werner-Siemens-Stiftung.

André Moeri, Projektleiter des Innovationspark Nordwestschweiz, ist sehr erfreut, wie sich die Vermietung entwickelt hat. Andererseits bedauert er es fast ein wenig, dass die Kapazitäten bis auf 330 Quadratmeter ausgeschöpft sind. Ab 2016 soll der Innovationspark selbsttragend sein.

Ein Testlauf

Das jetzige Gebäude soll ein «Testlauf» für einen Neubau von 24'000 Quadratmetern sein, bezugsbereit Ende 2019. Auf dem «Baselink» genannten Areal kommt auch das Tropen- und Public-Health-Institut zu stehen. Das gesamte Grundstück gehört dem Bürgerspital Basel und der EBM (Elektra Birseck). Es befindet sich gleich gegenüber der Freizeit- und Sportanlage Bachgraben.

Gewiss werde der Innovationspark auch von der Pharmaindustrie profitieren, sagt Moeri. Man dürfe nicht vergessen, dass gerade die beiden Nachbarn Actelion und Rolic dank verselbstständigten Forscherteams der Industrie entstanden seien. Die Pharmaindustrie gibt immer wieder Forschungszweige auf, die «nicht in das Portefeuille» der jeweiligen Firma passen. Andererseits begrüssen die Pharma-Grossen die Initiative ganz klar. Actelion zeige sich sehr erfreut über den neuen Nachbarn. Und grosszügig. Ein «Cluster» zieht immer wieder Forscher an und macht den Standort als Ganzes attraktiver.

Ein guter Kontakt besteht zwischen dem Allschwiler Innovationspark und dem Pendant in Villigen, dem Paul Scherrer-Institut. In Villigen könnten die ersten Räumlichkeiten 2017 bezogen werden.

Von allen neuen Schweizer Innovationsparks ist man im Allschwil mit Abstand am weitesten. In Villigen existiert ein Informationspavillon, in Zürich wird um den Standort Flugplatz Dübendorf noch zwischen verschiedenen Anspruchsgruppen gestritten. Mit den Innovationsparks und ihren verschiedenen Standorten wollen Bund, Kantone, Wissenschaft und Wirtschaft die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz verbessern. Das ist auch eines der Ziele, welches die regionale Wirtschaftsförderung verfolgt.

Kooperationsmöglichkeiten

Es entsteht ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für die anwendungsorientierte Forschung. Hier sollen sich etablierte KMU, Start-ups und Spin-offs, Forschungsgruppen aus internationalen Grossunternehmen, aus Hochschulen und aus privaten Forschungsinstituten ansiedeln. Forschende in Industrie und Wissensschaft werden in partnerschaftlichen Projekten unter einem Dach zusammenarbeiten; die gesamte Wertschöpfungskette bis und mit der Produktion von Prototypen soll zusammengebracht werden.