Schoggi
Besser als süss: Das wiedereröffnete «Xocolatl»

Maren Gnädinger erfindet in ihrem neuen Lokal an der Marktgasse in Basel den Genuss von Schokolade neu. Schon mal Wurst-Käse-Salat mit Kakaostückchen probiert?

Daniel Nussbaumer
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«Schokolade ist das tollste Lebensmittel überhaupt»: Maren Gnädinger, Geschäftsführerin des «Xocolatl».

«Schokolade ist das tollste Lebensmittel überhaupt»: Maren Gnädinger, Geschäftsführerin des «Xocolatl».

Daniel Nussbaumer

«Xocolatl» – so nannten die Azteken das Lebensmittel, für das die Schweiz heute weltweit bekannt ist: unsere Schoggi. Und so heisst auch das an der Marktgasse wiedereröffnete Ladengeschäft mit Café von Maren Gnädinger. «Schokolade ist das tollste Lebensmittel überhaupt. Alle mögen Schoggi, und sie kann so verschieden schmecken», verkündet die Geschäftsführerin strahlend. Sie versüsst nun an bester Innenstadtlage nicht mehr nur im Verkauf, sondern auch in einem Café ihren Kunden den Alltag mit den 500 verschiedenen Geschmacksnuancen von Schokolade. Das geräumige Lokal ist edel eingerichtet.

Holz herrscht als Material vor und unterstreicht das Konzept der Nachhaltigkeit, dem die Produktion und der Handel der Lieferanten verpflichtet sind. Von eigenen Reisen und vom stetigen Kontakt mit den Produzenten her kennt Maren Gnädinger die Umstände, unter denen ihre Schokolade produziert wird, genau. Im Gegensatz zur grossindustriellen Schokoladenproduktion kann sie deshalb unfaire Bedingungen oder gar Kinderarbeit völlig ausschliessen. Der Arm des Goodwills reicht bis hin zur Aufbereitung für den Verkauf: Die Verpackung der Grand-Cru-Tafeln werden in der grafischen Werkstatt des Bürgerspitals Basel gedruckt und von Menschen mit einer Behinderung fertiggestellt.

Das Café des Xocolatl im hinteren Raumbereich offeriert nebst Kaffee und heisser Schokolade auch kleinere Mahlzeiten, die – inspiriert von der lateinamerikanischen Küche – mit Schokolade zubereitet werden. Dabei können die Kunden nebst dem Genuss von verschiedenen Mousses au chocolat und Kuchen auch exotischen kulinarischen Erfahrungen frönen – etwa, wenn der Cervelat im Wurst-Käse-Salat mit zartbitteren Kakaostückchen gewürzt ist.

In naher Zukunft wird das Sortiment um Pralinés erweitert. Die Geschäftsführerin möchte mit ihrem Konzept und an dieser bevorzugten Lage nun vermehrt auch Passanten anziehen, die das Geschäft noch nicht kennen. Um das Angebot für Stadttouristen attraktiv zu machen, hat sie zudem exquisite Produkte von kleinen Schweizer Herstellern aufgenommen.

Angesprochen auf die momentanen Probleme vieler Innenstadtgeschäfte, lächelt sie. «Die Entwicklung macht mir Sorgen», sagt Gnädinger. «Aber man muss in schwierigeren Zeiten eben umdenken und kreativ werden.»