Kunstmuseum
Basler Parlament sagt Ja zum Erweiterungsbau

Der geplante 100-Millionen-Erweiterungsbau für das Kunstmuseum Basel rückt der Realisierung näher: Der Grosse Rat Basel- Stadt hat Bebauungsplan und Baukredit mit nur einer Gegenstimme beschlossen. Der Kanton steuert 50 Millionen zum Projekt bei.

Hans-Martin Jermann
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Innenhof Kunstmuseum Basel

Innenhof Kunstmuseum Basel

Die geplante Erweiterung des Basler Kunstmuseums nimmt die wohl wichtigste Hürde: Der Grosse Rat hat den nötigen Baukredit über 50 Millionen Franken und den entsprechenden Bebauungsplan für einen Neubau vis-à-vis des bestehenden Haupthauses am St. Albangraben mit grossem Mehr gegen eine Stimme und bei sieben Enthaltungen gutgeheissen. Bis 2015 soll der rund 100 Millionen Franken teure Neubau der jungen Basler Architekten Christ+ Gantenbein stehen; die andere Hälfte neben dem Kantonsbeitrag trägt die Laurenz-Stiftung von Maja Oeri. Die Roche-Erbin hatte ihre Zusage indes davon abhängig gemacht, dass der Grosse Rat bis Ende 2010 einen Entscheid fällt.

Riesiger Imageschaden bei Nein

Im Gegensatz zu früheren Projekten wie dem Neubau des Stadtcasinos war im Basler Parlament die Notwendigkeit der Investition kaum bestritten. Mehrere Redner verwiesen auf die Bedeutung des Kunstmuseums als eine der herausragenden Schweizer Kulturinstitutionen und älteste öffentliche Kunstsammlung der Welt. Umgekehrt wäre bei einem Nein der Imageschaden für die Kulturstadt Basel riesig, sagte Regierungspräsident Guy Morin in der Debatte.

Bis anhin mussten für grosse Sonderschauen wie letztes Jahr die Van-Gogh-Ausstellung Teile der Sammlung eingekellert werden, veranschaulichte Christine Heuss, Präsidentin der vorberatenden Bildungs- und Kulturkommission (BKK). Der Neubau soll diese Probleme lösen und neue Möglichkeiten für Events und Sonderschauen bieten.

Kritik am Spendenkonzept

Nochmals zu reden gaben die Betriebskosten, die wegen der Vergrösserung des Museums künftig um 4,8 Millionen Franken pro Jahr höher ausfallen. 2,3 Millionen Franken will der Kanton über die Erhöhung des jährlichen Kulturbudgets finanzieren: «Dieses Geld wird niemandem weggenommen; es käme umgekehrt bei einem Nein zum Neubau auch niemandem zugute», hielt Morin fest. Zur Finanzierung der verbleibenden 2,5 Millionen Franken will das Kunstmuseum ein Spenden- und Donatorenkonzept erarbeiten.

«Dieses Konstrukt erscheint mir extrem riskant», sagte Heidi Mück (Grünes Bündnis). Sie befürchtete, dass bei allfälligen Lücken in der Finanzierung der Betriebskosten das ohnehin nicht gut gestellte Museumspersonal weiter unter Druck geraten würde. Als Einzige stimmte Mück gegen den Kunstmuseums-Kredit. Die Enthaltungen kamen von ganz links und ganz rechts.