Zootiere

Babyglück im Affenhaus: Klammeraffen-Nachwuchs im Basler Zolli

Die am 21. April geborene Quimba ist das jüngste Mitglied der elfköpfigen Klammeraffen-Gruppe des Basler Zollis. Während der nächsten vier Monate wird sie ans Fell von Mutter Tequila geklammert mit durchs Primatengehege schwingen.

Rasant schwingt Klammeraffen-Dame Tequila (23) den Ästen entlang — und bewegt sich so in Sekundenschnelle einmal quer durch das Gehege. Immer mit dabei: ihre Tochter Quimba. Der Winzling mit dem silbernen Fell kam am 21. April im Affenhaus des Basler Zollis zur Welt und hängt seither an Tequilas Bauch.

Von den akrobatischen Einlagen ihrer Mutter lässt sich Quimba nicht beirren. Als sogenannte «Schwinghanglerin» kann sie sich nämlich nicht nur mit ihren vier Händen festklammern, sondern ihren Greifschwanz zusätzlich als eine Art Sicherungsleine verwenden.

Spezialisierte Kletterkünstler

Geoffroy-Klammeraffen wie Quimba sind darauf spezialisiert, auf Bäumen zu leben. «Hier im Zolli laufen sie manchmal auch auf dem Boden herum. Das sieht man in der Natur nur sehr selten», sagt Zolli-Kurator Adrian Baumeyer. Dort seien nämlich viel zu viele Fressfeinde unterwegs. Ihre daumenlosen Hände setzen die Kletterkünstler wie einen Haken ein. Damit hangeln sich die Affen in bis zu 40 Metern Höhe den Ästen entlang.

Weil ihnen der Daumen fehlt, kann es durchaus sein, dass sie beim Umherschwingen manchmal den Halt verlieren. «Dann ist so eine Sicherheitsleine natürlich von Vorteil», sagt Baumeyer. Mit ihrem Schwanz können Quimba und ihre Artgenossen auch gezielt nach Dingen greifen. «Seine Innenseite ist unbehaart und hat Rillen wie eine Fingerkuppe. Klammeraffen haben also quasi einen Schwanzabdruck», sagt Baumeyer. Mit ihrem zusätzlichen «Finger» erreichen die Primaten auch Gegenstände, an die sie mit ihren Armen nicht herangekommen wären.

Vom Aussterben bedroht

Eigentlich sind Geoffroy-Klammeraffen in Mittelamerika zu Hause. «Obwohl sie dort in den verschiedensten Habitaten vorkommen, sind sie vom Aussterben bedroht», sagt Baumeyer. Der Grund: Die Tiere müssen sich ihren Lebensraum mit dem Menschen teilen. Und der braucht viel Platz — insbesondere für den Anbau von Lebensmitteln

«Manchmal werden Klammeraffen in Mittelamerika auch wegen ihres Fleisches gejagt oder als Haustiere gehalten», sagt Baumeyer. Glücklicherweise würden aber in vielen Ländern, in denen die Affen vorkommen, mittlerweile relativ gute Schutzmassnahmen existieren.

Meistgesehen

Artboard 1