Klimastreik

Absenzen für Demo-Teilnahme: Schüler und Behörden nähern sich vorsichtig an

Weil sie unentschuldigte Absenzen vermeiden und trotzdem die Schule fürs Klima schwänzen wollen, wurden Schüler beim Erziehungsdepartement vorstellig. Das Departement will nun Vorschläge der Schüler prüfen.

Schülerinnen und Schüler demonstrieren morgen Freitag in der Basler Innenstadt, weil sie sich einen anderen Umgang der Gesellschaft und Politik mit dem Thema Umweltschutz wünschen. Bereits zum zweiten Mal streiken damit Basler Schüler die Schule, um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen. Sie folgen einer weltweiten Bewegung, die ihren Ursprung bei der schwedischen Schülerin Greta Thunberg hat.

Ob auch dieses Mal wie im Dezember über 1000 Schülerinnen und Schüler dabei sein werden, ist unklar. Denn es drohen Konsequenzen in Form von unentschuldigten Absenzen. Ein Vorschlag der Schüler bringt nun Bewegung in die Sache.

Eine Schülergruppe um Philippe Kramer traf am Mittwoch den Erziehungsdirektoren Conradin Cramer, wie die Schüler mitteilten. Mit dabei hatten Sie einen konkreten Vorschlag, um die angedrohten unentschuldigten Absenzen zu verhindern. «Wir sind auch nicht für einen kompletten Freipass», schreiben die Schüler. Denn der Streik sei ihnen einen Einsatz wert. So soll es künftig möglich sein, dass die Schüler ihre Absenzen wegen der Streiks im Nachhinein entschuldigen zu lassen.

21. Dezember 2018: Hunderte Schüler demonstrierten in der Innenstadt.

21. Dezember 2018: Hunderte Schüler demonstrierten in der Innenstadt.

Dies indem sie einen mit dem Erziehungsdepartement und den Schulleitungen abgesprochenen sozialen Dienst verrichten. So könnten etwa die Schüler gemeinnützige Arbeit leisten und das Rheinbord putzen als Kompensation für die versäumte Zeit. Oder sie diskutieren während einer zusätzlichen Schulstunde darüber, was sie selber, beziehungsweise ihre Schule für die Umwelt machen können.

OK will sich legitimieren lassen

Diese Vorschläge haben offenbar beim Erziehungsdepartement Eindruck hinterlassen. Regierungsrat Conradin Cramer sagt: «Ich habe eine Schüler-Delegation empfangen und war beeindruckt, mit welchem Engagement die Jugendlichen ihre Anliegen verfolgen.» Gleichzeitig habe er auch die Haltung des Departements im Absenzenwesen erklären können. «Wir werden nun prüfen, was machbar ist und was nicht. Weitere Gespräche sind geplant, wir bleiben im Kontakt», sagt Cramer.

Mehr gebe es zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu sagen. Ausser: «Uns allen ist das Anliegen sehr sympathisch. Es ist aber auch klar, dass es in der Schule eine Absenzenverordnung gibt, die man nicht einfach ausser Kraft setzen kann, nur weil einem das Thema gefällt.» Es sei noch zu früh zu kommentieren, wie ein allfälliger Kompromiss aussehen könne.

Da die heutige Demonstration nicht die letzte sein wird, versuchen sich die Schülerinnen und Schüler besser zu organisieren. «Am 27. Januar findet eine Versammlung statt, welche ein legitimiertes OK wählen soll», sagt Philippe Kramer. Bereits am 2. Februar wird wieder demonstriert. Dann aber an einem Samstag, womit das Thema Absenzen zumindest an diesem Termin kein Thema ist.

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