Analyse

An Grenzen gestossen

Der «Spickel» im roten Quadrat muss wieder weg – auch bei der neuen Filiale der BLKB am Barfüsserplatz.

Der «Spickel» im roten Quadrat muss wieder weg – auch bei der neuen Filiale der BLKB am Barfüsserplatz.

John Häfelfinger ist seit drei Jahren Chef der Baselbieter Kantonalbank (BLKB). Erst seit drei Jahren, ist man versucht zu sagen. Denn in dieser Zeit hat er dem Geldinstitut aus Liestal in allen Bereichen seinen Stempel aufgedrückt. Der ehemalige Kadermann der Credit Suisse hat sich zum Ziel gesetzt, aus einer soliden, aber etwas schläfrig wirkenden Bank ein dynamisches Gebilde mit einer anderen «Philosophie» zu machen, wie es auf Firmen-Neudeutsch so schön heisst. Häfelfinger propagiert die Aufhebung der Krawattenpflicht, er will alle Kundenberater zu Finanzplanern machen und holt ehemalige CS-Kollegen in die Chefetage. Als sichtbarstes Zeichen seines Expansionsdrangs lässt der gebürtige Basler im Herzen seiner Heimatstadt eine repräsentative Filiale der Landbank eröffnen – eine deutliche Kampfansage an die Basler Kantonalbank.

Nun aber hat der Bankchef eine empfindliche erste Niederlage einstecken müssen. Das neue Logo ist nicht Kantonalbank-konform. Aus der Sprechblase, die Häfelfingers Ideal der Beraterbank darstellen sollte und die zugleich Kern des neuen Brandings war, muss auf Geheiss des Verbands wieder ein banales Quadrat werden. Diese Niederlage ist für den BLKB-Chef deshalb so empfindlich, da sie eine entscheidende Ebene seiner Veränderungspolitik trifft: die Symbolik. Vielleicht ist diese erzwungene Rückkehr zu einem Teil des alten Logos auch eine Warnung. Wer in kurzer Zeit zu viel verändert, droht zu scheitern.

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Autor

Patrick Marcolli

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