Kommentar
Ab in die Mitte

Benjamin Rosch
Benjamin Rosch
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Bürgerliche:

Bürgerliche:

Georgios Kefalas

Wer den Wahlkampfauftakt der Basler Bürgerlichen mit jenem vor vier Jahren vergleicht, dem stechen sofort die Unterschiede ins Auge. Die Kandidierenden inszenieren sich beim Boule-Spielen statt Rhein-Baden und wahren – coronabedingt – die physische Distanz, statt den grossen Schulterschluss zu suchen. An der gestrigen Vorstellung demonstrierten die Kandidierenden von CVP, FDP und LDP Einigkeit. Grosse Abwesende war dabei nicht die SVP, sondern «die bürgerliche Mehrheit».

Sowohl die rhetorisch souveränen Staatsmänner Dürr, Cramer und Engelberger als auch die arg improvisierende Herausforderin Stephanie Eymann vermieden es tunlichst, von einem Angriff auf die Regierungsmehrheit zu reden. Stattdessen fielen – coronabedingt - Schlagworte wie Konstanz und Kontinuität. Verständlich. Wer sehnt sich in diesen unsicheren Zeiten nicht nach Stabilität? «Mitte» klingt genau danach. Es gehe darum, «Angriffe von links und rechts abzuwehren», sagten die vier Kandidierenden im Gleichklang. Ignorierend, dass drei von ihnen erst gerade noch mit der SVP die bürgerliche Wende in der Regierung erkämpfen wollten.
Sie sind weder «Mitte», noch sind sie ohne Machtanspruch. Das kann man gut oder schlecht finden. In diesem Sinn war dieser Wahlkampfauftakt der vier Kandidaten aber eine Mogelpackung. Die Wähler, ob links oder rechts, sollten sich davon nicht täuschen lassen.

Das ist einerseits unglaubwürdig, denn drei von diesen vier wollten vor vier Jahren noch die grosse Wende herbeiführen.

Es ist aber auch ein Widerspruch in sich. CVP, LDP und FDP streben einen vierten Sitz an, das ist alles andere als Konstanz. Man mag es gut oder schlecht finden.