Test: BMW iX
Auf den zweiten Blick

Der iX will den Weg in die Elektro-Zukunft von BMW weisen. Der futuristische Wagen fordert Eingewöhnung, kann dann aber überzeugen.

Philipp Aeberli Jetzt kommentieren
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BMW iX: Ab 98 700 Franken.

BMW iX: Ab 98 700 Franken.

Bild: zVg

Auf der ersten, kurzen Testfahrt vermochte mich der BMW iX noch nicht vollends zu überzeugen. Doch er machte mich neugierig. Denn das grosse SUV mit E-Antrieb ist wahrlich ein neues Kapitel für BMW. Auf einer kurzen Testfahrt kann man sich vielleicht einfach nicht genügend darauf einlassen. Es braucht also ein besseres Kennenlernen, was in den vergangenen Tagen nachgeholt wurde. Mehr als 2000 Kilometer war ich mit dem Stromer unterwegs, Ziele von Lausanne bis Oberbayern haben wir zusammen unter die Räder genommen. Vom ersten Meter an fällt der gute Federungs- und Geräuschkomfort auf, was man von einem E-Auto für deutlich mehr als 100 000 Franken aber auch erwarten darf. Zu diesem Preis erwartet man aber vor allem auch: hohe Reichweite und schnelles Nachladen auf längeren Etappen. Auch das konnte der iX einlösen. Sogar die Etappe von München nach Zürich schafft er, ohne unterwegs nachladen zu müssen; nach 380 Kilometern fahrt prognostiziert der Bordcomputer noch 90 Kilometer Restreichweite. Trotz Winterreifen, Temperaturen von 3 bis 8 Grad und aerodynamisch nicht gerade optimaler SUV-Bauform. Das ist durchaus reisetauglich, zumal der Akku nach den versprochenen 30 Minuten wieder zu 80% voll ist, sofern man eine Ladestation mit mindestens 195 kW Leistung vorfindet.

Der grösste Knackpunkt bleibt das komplett neue Bediensystem. Mit etwas Eingewöhnung findet man sich darin schon besser zurecht, vor allem auch, da sich die «App-Kacheln» für die zahlreichen Funktionen nach eignen Vorlieben anordnen lassen, genau wie bei einem Smartphone. Trotzdem bleiben einige Funktionen, wie zum Beispiel das Aktivieren der Sitzheizung, unnötig kompliziert. Es braucht mehrere Schritte durch die Menus des Touchscreens, bis der Sitz wie gewünscht heizt – was für unnötige Ablenkung vom Strassenverkehr sorgt. Doch sind moderne Autos, wie böse Zungen behaupten, wie Bananen: Sie reifen beim Kunden nach. Mit Software-Updates, die direkt per mobiler Datenübertragung geladen werden, will auch BMW das Bediensystem des iX verbessern. Die Mechanik wirkt aber auf jeden Fall ausgereift.

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