Nahe an der Gleichberechtigung

Die A-Klasse von Mercedes ist nun auch als Plug-in-Hybrid zu haben – und zeigt, wie sich diese Technik weiterentwickelt hat.

Philipp Aeberli
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Mercedes-Benz A 250e.

Mercedes-Benz A 250e.

Bild: zVg

An Plug-in-Hybrid-Autos scheiden sich die Geister; für die einen sind sie der ideale Kompromiss, für andere nur eine Notlösung; sie können zwar elektrisch oder mit Benzin fahren, schleppen jedoch oft einen Antrieb mit, der nicht gebraucht wird. Ob diese Antriebsform wirklich Sinn macht, hängt schlussendlich aber vor allem davon ab, wie viel man rein elektrisch fahren kann.

Der A250e von Mercedes tut sein Bestes, um den 1,4-Liter-Benzinmotor mit 160 PS möglichst oft ausgeschaltet zu lassen. Das beginnt mit dem Akku mit 15,6 kWh Speicherkapazität. Laut WLTP-Messung reicht das für 68 km elektrische Fahrt. Im Test waren es trotz Winterreifen, Eis und Schnee noch knapp 50 km, womit sich schon tägliche Pendlerfahrten problemlos erledigen lassen. Ein Plus für den kleinen Stern ist, dass sich der Akku schnell laden lässt. An einer Wallbox nimmt der Akku 7,2 kW auf; in einer Stunde und 45 Minuten ist der Akku damit wieder voll. Optional lässt sich der Akku auch mit Gleichstrom und maximal 24 kW laden, sodass nach 30 Minuten wieder 80% der Reichweite zur Verfügung steht.

Mercedes-Benz A 250e.

Mercedes-Benz A 250e.

Bild: zVg

So kann man kurze Pause deutlich effizienter nutzen; die meisten PHEV-Autos laden nämlich nur mit 3,7 kW und damit deutlich langsamer. Auch beim Fahren fühlt sich der E-Antrieb keineswegs wie eine Notlösung an. Der E-Motor stellt maximal 102 PS und 300 Nm bereit – 50 Nm mehr, als der Benzinmotor. Damit fühlt er sich auch ohne Benziner-Unterstützung flink und kräftig an. Ist der Akku leer, oder wird volle Leistung gefordert, schaltet sich der Benzinmotor ohne Ruckeln zu, sodass maximal 218 PS und 450 Nm Drehmoment an die Vorderräder gelangen; einen Allradantrieb gibt es für die PHEV-A-Klasse leider nicht. Mercedes gibt den Verbrauch mit 1,4 l/100 km an, was sich mit regelmässigem Laden auch erreichen lässt. Ist der Akku komplett leer, steigt der Verbrauch auf rund 6 l/100 km. Auf langen Strecken stört dann lediglich der kleine Benzintank (35 Liter), der im reinen Verbrennerbetrieb schnell leer ist. Die Preise für den A250e starten bei 49300 Franken; nur 2400 Franken mehr als für den vergleichbaren Benziner ohne E-Unterstützung.

Mercedes-Benz A 250e.

Mercedes-Benz A 250e.

Bild: zVg