E-Mobilität

«Studie» unter falschen Annahmen

Mercedes Benz C-Klasse

Mercedes Benz C-Klasse

Eine Studie des Münchner IFO-Instituts entlarvt E-Autos als Klimasünder. Sie ist aber in vielen Punkten fehlerhaft.

Die Studie des Wirtschaftsökonomen Hans-Werner Sinn, Leiter des Münchner IFO-Instituts, wurde in den vergangenen Tagen in zahlreichen Online-Medien in grossen Schlagzeilen aufgenommen: E-Autos sollen deutlich mehr CO2-Emissionen verursachen als ein Auto mit Dieselmotor. Verglichen wurden ein Tesla Model 3 und ein Mercedes C220d. Doch die Studie geht von vielen falschen Tatsachen aus und darf deswegen eher als versuchte Meinungsmache verstanden werden.
Sinn bezieht sich bei der Akku-Herstellung auf Zahlen einer längst widerlegten Studie aus Schweden. Zudem rechnet er mit einer Batterielebensdauer von nur 150 000 Kilometern. Nicht nur Tesla, sondern auch der Nissan Leaf haben längst bewiesen, dass E-Auto-Akkus problemlos 500 000 Kilometer und mehr durchhalten – also mindestens ein ganzes Autoleben. Ebenfalls nicht berücksichtigt wird, dass für E-Autos zwar ein Akku produziert werden muss, dafür aber auch kein Verbrennungsmotor samt Getriebe.
Das grösste Versäumnis der Studie liegt aber beim Treibstoff: Denn genauso, wie der Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt, kommt der Diesel nicht einfach aus der Zapfsäule – und verursacht bei der Produktion erhebliche Emissionen.

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