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Lohnt sich der Tabubruch?

BMW 2er Active Tourer

BMW 2er Active Tourer

Mit dem 2er Active Tourer bringen die Bayern einen BMW mit Frontantrieb. Tabubruch oder gute Idee?

Langsam wird es etwas unübersichtlich bei BMW, allein, was in den vergangenen Monaten als Neuheiten kam, würde bei anderen (grossen) Herstellern schon für eine ganze Modell-Palette ausreichen. Doch während die Aufteilung von 1- und 2er-Reihe sowie 3- und 4er-Reihe sowie Derivate wie der M3/M4 oder das 4er Gran Coupé noch als «business as usual» bezeichnet werden können, stemmen die Bayern mit der Einführung der elektrischen «i»-Familie schon eine grössere Aufgabe. Und jetzt auch noch: der «Active Tourer» – und der grosse Bruch mit der Heckantrieb-Tradition.

Wahrscheinlich hatten die Bayern ob dieses gewaltigen Programms keine Zeit, sich auch noch eine gute Namensgebung zu kümmern. Denn der frontgetriebene BMW kommt als Teil der 2er-Reihe, die erst kürzlich eingeführt wurde – und eigentlich die sportliche Speerspitze sein sollte.

Der 2er Active Tourer hat nun aber definitiv fünf Türen – und sportlich ist er auch nicht. Die Masse: 4,32 Meter lang, 1,8 Meter breit, und stolze 1,55 Meter hoch. Gewicht: ab 1320 Kilo (also in etwa wie ein VW Golf). Kofferraumvolumen: 468 bis 1510 Liter (deutlich mehr als ein VW Golf). Selbstverständlich sagt BMW nicht, dass man den ewigen Bestseller aus Wolfsburg als Gegner sieht, und rein optisch denkt man auch eher an die B-Klasse von Mercedes, doch es ist schon klar, wohin der Active Tourer zielt. Der hohe Aufbau ist auch nicht gerade das, was man sich bisher von der weiss-blauen Marke gewohnt war. Der Beifahrersitz lässt sich für sperrige Güter abklappen, die (verstellbare) Rücksitzbank lässt sich verschieben und abklappen, es gibt einen faltbaren Ladeboden, unter dem sich ein Staufach mit einer praktischen Multifunktionswanne befindet; ganz neue Themata für BMW.

Die Plattform teilt der Active Tourer mit dem neuen Mini F56. Auch den kleinsten Motor haben dieser grosse 2er und der Mini gemeinsam, ein 1,5-Liter-Dreizylinder mit 136 PS (wie im Cooper). Der 225i zeigt dann auch gleich noch, wohin es mit dem Mini Cooper S (als JCW) wohl bald schon gehen wird: ein 2-Liter-Vierzylinder mit 231 PS. Und schliesslich ist da noch der 218d, ein 2-Liter-Diesel mit 150 PS. Mit 4,1 Litern will dieser gemäss Norm auf 100 Kilometern auskommen. Spannend dürfte die Preisgestaltung des 2er Active Tourer werden, allerdings: noch mag sich BMW nicht zu diesem Thema äussern.

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