VW Grand California

Hoch hinaus

Sommerzeit ist Camping-Zeit: Der VW Grand California punktet mit viel Platz, Komfort und durchdachten Details.

Camping. Das heisst für viele: Freiheit, Abenteuer und Natur. Für diese Sehnsucht steht bei VW seit 1988 der California. Zunächst auf Basis des T3 «Bulli», später dann auf Basis des Multivan bis zur aktuellen Generation T6. Beliebt ist der California vor allem, weil er auf vergleichsweise wenig Raum viel Variabilität bietet und damit für einen Camper äusserst flexibel ist und sich sogar als Alltagsauto
nutzen lässt. Dafür muss man aber
im Vergleich zu ausgewachsenen Wohnmobilen auf mehr Platz und einige Komfort-Extras verzichten. WC und Dusche finden im California keinen Platz.
Wer auch im Camping-Alltag nicht auf diesen Luxus verzichten will, bekommt nun bei VW einen grossen Bruder des California: Den Grand California. Was auf den ersten Blick auffällt: Das Wohnmobil auf Basis
des Crafter ist gross. Selbst in der «kleineren» Variante misst das Haus auf Rädern sechs Meter in der Länge und ragt 3,10 in die Höhe. Alternativ kann der Grosse sogar in einer Langversion (6,80 Meter Länge) bestellt werden.

Luftiger und bequemer wohnen
Die grossen Aussenabmessungen sorgen einerseits dafür, dass der Camper wohl kaum mehr als Alltagsauto genutzt werden kann; diese Idee verwirft man spätestens bei der ersten Parkplatzsuche.
Dafür ist der Grand California eine deutlich geräumigere Wohnung auf Rädern. Vor allem die zusätzliche Höhe macht sich sofort bemerkbar. Man steht im Camper aufrecht, ohne sich den Kopf anzuschlagen. Dadurch wird auch die kleine Kochnische mit zwei Gaskochern, Kühlschrank und Spüle deutlich besser nutzbar. Zudem findet im Grand California ein kleines Badezimmer mit Dusche, WC und Waschbecken Platz.
Auch wenn darin nicht viel Platz ist, lässt sich die Nasszelle bestens nutzen, und hier merkt man deutlich die langjährige Camping-Erfahrung von VW: Das Waschbecken lässt
sich geschickt wegklappen, der Wasserhahn, der aus einem 130-Liter-Frischwassertank versorgt wird, verwandelt sich in wenigen Handgriffen zur Duschbrause.
Im vorderen Teil der Wohnzone des Grand California lässt sich ein Tisch einspannen, an dem man dank drehbarer Vordersitze bequem zu viert sitzen kann. Zudem bietet der Camper zahlreiche Schränke und Ablagefächer, sodass sich sämtliche Utensilien während der Fahrt sicher verstauen lassen. Typisch California sind auch die in den Hecktüren verstauten Campingstühle samt Klapptisch sowie die an der Seite ausfahrbare Sonnenstoren.
Im oberen Bereich des Hochdachs sind zwei Kinder-Schlafplätze untergebracht, hinten im Fahrzeug liegt man auf einem 1,95 × 1,40 m grossen Bett bequem.

Clevere Ausstattung und viel Energie
Im Test überzeugt das grosse «Hotel California» aber nicht nur mit seinem vielen Raum, sondern auch mit einigen cleveren Details, wie den Fliegengittern an allen Fenstern, dem praktischen Kühlschrank und den Solarzellen auf dem Dach. Diese Solarpanels laden die Bordbatterie tagsüber, sodass man nachts genügend Strom für die LED-Beleuchtung und die Steckdosen hat. Damit kann man auch abseits von Campingplätzen komfortabel übernachten, sofern man einen geeigneten, legalen Stellplatz findet. Auf der Strasse kann der Grand California natürlich nicht verbergen, dass er auf einem reinen Nutzfahrzeug basiert. Trotzdem reist man ausreichend komfortabel auf bequemen Sitzen in erhöhter Position.
Der 2-Liter-Diesel mit 177 PS und 8-Stufen-Automatik bietet ausreichend Durchzug und fordert auf der Autobahn rund 8 l/100 km, was, gemessen am hohen Gewicht von mehr als drei Tonnen und der schieren Grösse des Campers, absolut in Ordnung geht.
Interessant am Grand California ist schliesslich der Preis. Das rollende Hotel ist ab 66 290 Franken zu haben. Als Testwagen kostete der Grand California 600 mit vielfältiger Ausstattung 86 695 Franken. Das ist freilich viel Geld für ein Freizeitfahrzeug, im Vergleich zur Konkurrenz und zum kleineren California aber durchaus fair.

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