«Cup Racer» nennt sich das Rennfahrzeug auf Basis des Seat Leon Cupra. Derselbe Motor, dasselbe DSG-Getriebe , dieselbe Sperre an der Vorderachse. Aber – alles natürlich ein wenig schärfer. 330 statt 280 PS, 400 statt 320 Nm, Rennslicks statt Strassen reifen und vor allem: 1150 statt 1350 kg. Und wir staunten nicht schlecht: Das Cup-Auto basiert nicht etwa auf dem Dreitürer, sondern auf der fünftürigen Version. Innen gibt es: nichts. Weder Dämmmaterial noch ein Armaturenbrett im eigentlichen Sinn. Ein abnehmbares Multifunktionslenkrad mit zahllosen Knöpfen muss reichen, alles ist in dieses Lenkrad integriert. Natürlich auch die Schalt wippen fürs DSG-Getriebe, welches mächtig verschärft wurde. Ebenfalls mit an Bord: der integrierte, pneu matische Wagenheber, Rennsportsitze und Sechspunktgurte.

Es ist Zeit, den Motor zu starten. Durchaus gesittet läuft der Vierzylinder. Klar laut, klar mit einem Unterton, der erahnen lässt, dass Standgas nicht sein Metier ist. Dann ziehen die Mechaniker den Stecker – besser gesagt: den Luftschlauch – ab und der Wagen sinkt mit einem Ruck von den pneumatischen Hebern auf die Räder. Bremse treten, mit dem Wählhebel den ersten Gang einlegen und losrollen. Das Doppelkupplungsgetriebe würde auch ohne Input des Fahrers schalten – genau wie im Serienauto. Aber wer will das schon? Viel lieber sortiert man die Gänge mit einem kleinen Zug an den Schaltpaddeln selber. Raus auf die Piste,  die kleinen Steinchen schlagen wie Meteoriten in den Radläufen ein, der Vierzylinder atmet ein – und extrem laut wieder aus. Bereits das Ausfahren aus den Boxen erzeugt Hühnerhaut. Nach zwei Runden ist der Grip der Rennslicks wunderbar, der Seat folgt jeder kleinsten Bewegung am Lenkrad wie ein Kaninchen seinen Fluchtinstinkten. Klar, 330 PS sind nicht unerhört viel – aber locker genügend, um richtig viel Spass zu haben. Der mögliche Kurvenspeed ist sehr, sehr imposant.

Und was kostet die ganze Freude? Eine komplette Rennsaison im Seat Euro Cup wird in etwa 100  000 Euro kosten, inklusive aller Startgelder und des Kaufs des Autos (70  000 Euro). Auf den ersten Blick nicht wenig (weil auch noch die Reisespesen für die Rennen im Ausland dazukommen), aber für eine professionelle Rennserie mit richtig scharfen Autos auch nicht viel.  Natürlich geht es auch billiger. Zum Beispiel an der Mini Challenge Switzerland. Zwar muss man auch hier ein Wettbewerbsfahrzeug kaufen, dieses ist aber günstiger als der Seat und kann zudem auf der Strasse bewegt werden. Und die Einschreibe gebühr beträgt für eine Saison nur 200 Franken. Dazu kommen die Startgelder pro Veranstaltung. Allerdings kommt man pro Rennanlass deutlich weniger zum Fahren als zum Beispiel beim Seat-Cup. Dort gibt es freie Trainings, Qualiläufe und zwei Rennen pro Weekend.

Ebenfalls interessant ist die Opel OPC Challenge, welche mit dem Astra OPC ausgetragen werden. Auch hier kann das Auto für den täglichen Gebrauch eingesetzt werden, da auch der Opel für den Strassenverkehr zugelassen ist. Vorteil für die Cups wie die Mini Challenge oder die Opel OPC Challenge: Die Rennen finden zumeist im Inland – im Rahmen der Slalommeisterschaft oder bei Bergrennen – statt, was keine grossen Anreisekosten nach sich zieht. Weitere Infos zu Rennserien, Lizenzen, Voraussetzungen und Reglemente sind erhältlich beim Schweizer Automobilsportverband unter www.autosport-ch.com.