Coronavirus

Zahl der Infizierten explodiert: New York wird zum Epizentrum in Amerika

"Rush hour" in New York City: Die Strassen in Manhattan sind in diesen Tagen praktisch menschenleer.

"Rush hour" in New York City: Die Strassen in Manhattan sind in diesen Tagen praktisch menschenleer.

New York ist derzeit das Epizentrum der Coronakrise in Amerika. Gouverneur Cuomo versucht verzweifelt, die lokalen Spitäler auf den Anstieg der Fallzahlen vorzubereiten.

Amerika droht zum nächsten Epizentrum der Corona-Pandemie zu werden. So explodiert derzeit die Zahl der offiziell registrierten Infizierten in den Ballungsräumen Atlanta (Georgia), Miami (Florida), New Orleans (Louisiana), Nashville (Tennessee), Detroit (Michigan) und New York City.

Besonders dramatisch ist die Lage in der bevölkerungsreichsten Stadt Amerikas, wo auf engem Raum gegen 8,4 Millionen Menschen wohnen – oder etwa gleich viele wie in der Schweiz. Derzeit befänden sich gegen 900 Menschen auf den Intensivstationen der Spitäler im Bundesstaat, gab der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo, ein Demokrat, am Mittwoch bekannt. Dies sei aber erst der Beginn der Krise. Er jedenfalls gehe davon aus, dass die offiziellen Fallzahlen in den nächsten drei Wochen stark anstiegen.

Weil rund 15 Prozent aller positiv getesteten Menschen eine Spitalbehandlung benötigten, und 3 Prozent intensiv behandelt werden müssten, mache ihm diese kommende Explosion Sorgen, sagte Cuomo. Denn maximal stünden auf den New Yorker Intensivstationen nur gegen 3000 Betten zur Verfügung. Und er schätze, dass während dem Höhepunkt der Krise in vielleicht drei Wochen gegen 40000 New Yorker intensiv betreut werden müssten – obwohl das Gesundheitssystem bereits jetzt am Anschlag ist, wie aus Erzählungen abzulesen ist.

New York City stellt Leichenhalle in Manhattan auf

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Bundesstaat braucht 19000 Beatmungsgeräte

Wie New York diese Bewährungsprobe bestehen kann, weiss selbst der zupackende Gouverneur nicht. Die «grösste Herausforderung» sei es derzeit, die zwingend notwendigen Beatmungsgeräte für die zusätzlich benötigten Betten auf den Intensivstationen zu beschaffen, so Cuomo. New York benötige 19000 zusätzliche Beatmungsgeräte. «Wir haben alles aufgekauft, was es aufzukaufen gibt», und sein Bundesstaat sei deshalb auf die Hilfe der Regierung in Washington angewiesen.

Der Gouverneur scheint andererseits kein Interesse zu haben, die Gesundheitskrise zu verschärfen, indem er der Bundesregierung politisch den Krieg erklärt und die Spaltung zwischen Demokraten und Republikanern noch akzentuiert. Er versprach deshalb, sämtliche medizinische Versorgungsgeräte dem nächsten «Hotspot» in Amerika zu überlassen, sobald der Höhepunkt der Krise in New York überstanden sei. «Wir sind zuerst», sagte Cuomo, aber das Virus werde sich im ganzen Land verbreiten und andere Landesteile würden im Verlauf der Krise vom Fachwissen der New Yorker profitieren.

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