Ukraine-Krise

Wieder Gewalt in Ukraine - Hoffnungen auf eine friedliche Lösung getrübt

Ein Mann mit einer russischen Fahne in Donezk

Ein Mann mit einer russischen Fahne in Donezk

Neue Gewalt im Osten der Ukraine trübt Hoffnungen auf eine friedliche Lösung der Krise. Russland reagierte empört auf tödliche Schüsse, die am Ostersonntag auf einem Stützpunkt prorussischer Separatisten in Slawjansk fielen.

Die Polizei in der ostukrainischen Metropole Donezk unweit von Slawjansk teilte mit, dass es mindestens drei Tote und Verletzte gegeben habe; das Innenministerium in Kiew bestätigte einen Toten. Die prorussischen Kräfte sowie russische Staatsmedien hingegen sprachen von mindestens fünf Toten.

Das Innenministerium in Kiew betonte, dass es keinen offiziellen Einsatz in Slawjansk gegen die bewaffneten Aktivisten gegeben habe. Vielmehr seien zwei Bürgergruppierungen aufeinander losgegangen.

Die Lage in der Stadt sei nicht unter Kontrolle, teilte das Ministerium weiter mit. Demnach hatten prorussische Uniformierte nach der Besetzung der örtlichen Polizeistation 400 Waffen an Bürger ausgeteilt. "Das führt zu Toten und Verletzten", hiess es in der Mitteilung des Ministeriums.

Moskau beschuldigt ukrainische Nationalisten

Das russische Aussenministerium bezeichnete den Vorfall als "Provokation". Es sprach von einem Angriff des ukrainischen ultranationalistischen Rechten Sektors, der die "österliche Ruhe" verletze und zeige, dass die Genfer Beschlüsse für eine Lösung des Konflikts nicht eingehalten würden.

Bürger in Slawjansk hätten bei überwältigten Angreifern Luftaufnahmen und Symbole des Rechten Sektors sichergestellt. Die Beweise zeugten davon, dass die neuen Machthaber in Kiew kein Interesse hätten, Nationalisten und Extremisten zu entwaffnen und die Lage zu entspannen.

Erste Entwaffnungen

Unterdessen meldeten die ukrainischen Behörden erstmals nach der Genfer Einigung auf eine Friedenslösung eine Entwaffnung militanter Uniformierter und gewaltbereiter Aktivisten. Innenminister Arsen Awakow teilte mit, in Lugansk seien ohne Blutvergiessen drei Menschen mit Maschinengewehren festgenommen worden.

Das Innenministerium in Kiew rief angesichts des Osterfestes die Menschen in der Ost- und in der Westukraine zu Versöhnung und Einheit auf.

In Schitomir im Norden des Landes gaben nach Angaben des ukrainischen Geheimdienstes SBU Mitglieder des Rechten Sektors 21 Kisten mit Brandsätzen ab. Die Ultranationalisten waren am Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch im Februar beteiligt. Russland hatte in Genf verlangt, dass auch diese "illegale Kampftruppe der Regierung" entwaffnet werden müsse.

Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sollen die Umsetzung der Genfer Vereinbarung überwachen. Dazu sollte eine OSZE-Gruppe am Ostersonntag in der ostukrainischen Stadt Donezk erste Gespräche aufnehmen.

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