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Waffenhandel: Die Top Ten der Lieferanten und Kunden

Die USA sind der grösste Waffenexporteur. Bild: Das mongolische Team an der Panzer-Biathlon-Weltmeisterschaft 2014 in der Nähe von Moskau.

Die USA sind der grösste Waffenexporteur. Bild: Das mongolische Team an der Panzer-Biathlon-Weltmeisterschaft 2014 in der Nähe von Moskau.

Das Stockholm International Peace Research Institute (Sipri) führt eine Datenbank über den internationalen Waffenhandel.In einem Bereich, wo es mehr Dunkelheit als Licht gibt, kein leichtes Unterfangen.

Die Beschaffung von Waffen ist kein kontinuierliches Geschäft, sondern kann von Jahr zu Jahr erheblich schwanken. Das Sipri hat deshalb jeweils Fünfjahresperioden miteinander verglichen. Die Zahlen sehen sauber, klar und nüchtern aus, aber wenn man genauer hinguckt, verschwindet vieles in der Grauzone. Schon die Definition, was eine "Waffe" ist, ist umstritten. Ebenso schwierig ist die Bestimmung, was unter "Waffenhandel" fällt und wie man diese Aktivitäten bewerten soll, damit es ein einigermassen konsistentes Bild gibt und nicht Birnen mit Melonen verglichen werden. Das Sipri macht seine Berechnungsmethode auf seiner Homepage transparent und ist seit 1968 eine der verlässlichsten Institutionen auf diesem heiklen Feld.

Die Top Ten der Waffenexporteure

Der Waffenhandel ist im Berechnungszeitraum 2011 bis 2015 um 14 Prozent gewachsen (gegenüber 2006 bis 2010). Die Top Five der Exporteure sind die USA, Russland, China, Frankreich und Deutschland, wobei China von Rang 6, hinter Grossbritannien, auf Rang 3 aufstieg. Sie sind für 74 Prozent des globalen Waffenhandels verantwortlich, die USA und Russland allein besorgen 58 Prozent aller Exporte.

Top Ten der Waffenimporteure

Die fünf grössten Importeure sind Indien, Saudi-Arabien, China, die Vereinigten Arabischen Emirate und Australien. Sie absorbierten 34 Prozent des globalen Angebots. Am meisten Waffen exportiert wurde in die Region Asien/Ozeanien (46 Prozent), in den Nahen und Mittleren Osten kamen 11 Prozent. Gegenüber 2006 bis 2010 steigerten sich hier allerdings die Importe um 61 Prozent. In Europa wurden übrigens 41 Prozent weniger Waffen importiert.

Gefährliche Trends

Der indische Subkontinent wird aufgerüstet. Indien, dessen Waffenindustrie nicht konkurrenzfähig ist, importiert immer noch mehrheitlich aus Russland, wobei die USA auf diesem Markt "aufholen". Rivale Pakistan und andere Länder der Region werden von China beliefert, das in der Berechnungsperiode industriell aufgeholt hat und immer weniger von Importen abhängig ist. Aserbeidschan kaufte im Berechnungszeitraum markant mehr Waffen von Russland, es importierte 4.9 Prozent der russischen Exporte gegenüber 0.7 Prozent zwischen 2006 und 2010. Auch Afrika wird mehrheitlich von den Russen beliefert.

Auch die Konfliktregion Naher und Mittlerer Osten wurde fleissig mit neuen Waffen bedient. Saudi-Arabien und die Emirate kauften den Hauptanteil. Die Importe nach Saudi-Arabien stiegen 275 Prozent. Auch wenn sich die Welt Sorgen macht wegen der Intervention in Jemen, wird Saudi-Arabien weiter einer der Hauptabnehmer der internationalen Waffenindustrie bleiben. Von den USA hat der Wüstenstaat 150 Kampfflugzeuge und Tausende von Boden-Luft-Raketen und Anti-Tank-Raketen bestellt. Grossbritannien liefert 14 Kampfflugzeuge und Kanada Panzer mit Türmen aus Belgien. Ein grosser Besteller ist ebenfalls Katar, dessen Importe um 279 Prozent stiegen. Die USA liefern 24 Kampfhelikopter und Flugabwehrgerät. Frankreich liefert 24 Kampfflugzeuge und Deutschland 52 Panzer. Ägypten wurde nach einer Pause ebenfalls wieder fleissig beliefert. Die Waffenimporte in den Irak stiegen um 83 Prozent, obwohl der Islamische Staat der irakischen Armee viele Waffen gestohlen oder vernichtet hatte. 18 Kampfflugzeuge aus den USA und 21 Kampfhelikopter aus Russland verstärkten die irakischen Luftstreitkräfte markant. (Quelle: Sipri)

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