Griechenland

Vereinte Nationen alarmiert wegen Griechenlands Umgang mit Migranten

Migranten mit Mundschutz kommen im Hafen von Piräus in der Nähe von Athen an. Die griechischen Behörden verlegen etwa 180 Migranten auf das Festland, um die überfüllten Verhältnisse im Lager Moria auf der Insel Lesbos zu erleichtern. Foto: Petros Giannakouris/AP/dpa

Migranten mit Mundschutz kommen im Hafen von Piräus in der Nähe von Athen an. Die griechischen Behörden verlegen etwa 180 Migranten auf das Festland, um die überfüllten Verhältnisse im Lager Moria auf der Insel Lesbos zu erleichtern. Foto: Petros Giannakouris/AP/dpa

Die UN-Organisation für Migration (IOM) ist wegen Videos alarmiert, die offenbar zeigen, wie Migranten an der europäischen Aussengrenze teils mit Gewalt zurückgedrängt werden.

Solche Berichte gebe es von der griechisch-türkischen Landgrenze ebenso wie aus den Gewässern zwischen Griechenland und der Türkei, sagte ein IOM-Sprecher am Freitag in Genf. Migranten hätten von Gewalt durch Grenzpersonal berichtet.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) äusserte sich ähnlich. Solche Zwischenfälle häuften sich seit März, sagte ein Sprecher in Genf. Aus der Türkei hätten im März nur 3000 Asylsuchende Griechenland über Land und Meer erreicht - deutlich weniger als in den Monaten davor. Gleichzeitig seien die Berichte über Rückweisungen gestiegen.

Grenzposten dürften gerade in der derzeitigen Coronavirus-Pandemie nichts tun, was die Menschenrechte der Migranten verletze, so IOM und UNHCR. Dazu gehört nach IOM-Angaben etwa der Bau von Grenzmauern, die Militarisierung von Grenzen oder zusätzliche Deportationen. Das Flüchtlingshilfswerk verwies darauf, dass Asylsuchende an der griechischen Grenze nicht abgewiesen werden dürften.

Die EU-Kommission bekräftigte am Freitag, man erwarte von den griechischen Behörden Aufklärung. Sie sollten Ermittlungen einleiten und die nötigen Massnahmen ergreifen, sagte ein Sprecher in Brüssel.

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