US-Geheimdienst

US-Geheimdienste verübten 2011 über 200 Cyberangriffe

Von den 231 "offensiven Operationen" aus dem Jahr 2011 sollen sich fast 75 Prozent gegen hochrangige Ziele gerichtet haben (Symbolbild)

Von den 231 "offensiven Operationen" aus dem Jahr 2011 sollen sich fast 75 Prozent gegen hochrangige Ziele gerichtet haben (Symbolbild)

Die US-Geheimdienste sollen im Jahr 2011 insgesamt 231 Cyberangriffe verübt haben. Die «offensiven Cyberoperationen» hatten sich vor allem gegen Länder wie Iran, Russland, China und Nordkorea gerichtet.

Die Angaben stammen demnach aus geheimen Unterlagen zum Budget für die Geheimdienste, die vom Informanten Edward Snowden an die Zeitung "Washington Post" weitergegeben wurden, sowie aus Gesprächen mit ehemaligen US-Regierungsvertretern.

Zudem betreibe die US-Regierung ein Projekt mit dem Codenamen "GENIE", bei dem sich Spezialisten in ausländische Computernetzwerke hacken, um diese unter US-Kontrolle zu bringen, hiess es in dem Bericht. Dabei würden heimlich Spähprogramme in fremden Computern, Routern und Firewalls installiert.

Bis zum Jahresende solle "GENIE" so mindestens 85'000 Schadprogramme in Rechnern rund um den Globus platzieren. 2008 seien es erst 21'200 gewesen.

Offensive Operationen gegen hochrangige Ziele

"Die Dokumente, die von Snowden geliefert wurden, und Gespräche mit US-Vertretern beschreiben einen Feldzug mittels des Eindringens in Computer, der weit breiter angelegt und aggressiver ist als bisher geglaubt", schrieb die "Post".

Von den 231 "offensiven Operationen" aus dem Jahr 2011 hätten sich fast 75 Prozent gegen hochrangige Ziele gerichtet, hiess es in dem Bericht unter Berufung auf ehemalige Regierungsmitarbeiter. Diese umfassten "Gegner wie Iran, Russland, China und Nordkorea und Aktivitäten wie die Nichtverbreitung von Atomwaffen".

Routinemässiger Gebrauch von Schadsoftware

Die US-Geheimdienste machten "routinemässig Gebrauch" von durch Regierungsexperten geschriebener Schadsoftware, die sich "in der Funktion wenig" von Programmen unterscheide, für die Washington China verantwortlich mache.

Ein ungenannter Vertreter des US-Geheimdienstes NSA bestätigte der Zeitung, dass das Verteidigungsministerium sich mit der Nutzung von Computernetzwerken befasse. Anders als Peking nutze es dies aber nicht zur Wirtschaftsspionage.

Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Snowden hatte durch die Veröffentlichung von Dokumenten zum Ausmass der Telefon- und Internet-Überwachung durch die NSA Schlagzeilen gemacht. Er ist seit Mai auf der Flucht, die US-Justiz wirft ihm Spionage vor. Derzeit hält er sich in Russland auf, das ihm vorläufig für ein Jahr Asyl gewährt hat.

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