Syrien

Uno-Syriengesandter de Mistura kündigt Rücktritt an

Der Uno-Syriengesandte Staffan de Mistura hat seinen Rücktritt angekündigt. (Archivbild)

Der Uno-Syriengesandte Staffan de Mistura hat seinen Rücktritt angekündigt. (Archivbild)

Nach mehr als vier Jahren erfolgloser Vermittlungsbemühungen im Syrien-Krieg hat der Uno-Sondergesandte Staffan de Mistura den Rücktritt angekündigt. Er werde sein Amt «aus persönlichen Gründen» Ende November aufgeben, teilte er am Mittwoch im Uno-Sicherheitsrat mit.

Er wolle seiner Familie "etwas Aufmerksamkeit" schenken, sagte de Mistura vor Journalisten in New York. "Es geht mir gut und ich bin nicht einmal müde, denn diese Art von Einsatz hat mir viel Adrenalin gegeben." Spekulationen darüber, ob ihn gesundheitliche Gründe zu dem Rücktrittsentschluss trieben, räumte er aus.

Der italienisch-schwedische Diplomat betonte, er werde seinen Verpflichtungen "bis zur letzten Stunde am letzten Tag meines Mandats" nachkommen. Der Rücktritt war seit einiger Zeit erwartet worden. Uno-Generalsekretär Antonio Guterres ist laut Diplomatenangaben bereits seit Monaten auf der Suche nach einem Nachfolger.

De Mistura ist der dritte Syrien-Sondergesandte der Vereinten Nationen. Er trat sein Amt im Juli 2014 als Nachfolger des ehemaligen algerischen Aussenministers Lakhdar Brahimi an. Zuvor hatte Ex-Uno-Generalsekretär Kofi Annan den Posten inne.

Unter der Aufsicht de Misturas starteten Anfang 2016 drei Runden indirekter Verhandlungen zwischen Regierung und Oppositionsgruppen in Genf. Weitere Gesprächsrunden folgten, sie verliefen jedoch alle im Sande. Stattdessen brachte Syriens Machthaber Baschar al-Assad die Rebellengebiete unterstützt von seinem russischen Verbündeten mit militärischer Gewalt wieder unter seine Kontrolle.

Nochmals nach Damaskus

Zeitgleich mit seinem Rücktritt kündigte de Mistura am Mittwoch an, er werde kommende Woche auf Einladung der syrischen Regierung ein weiteres Mal nach Damaskus reisen. Dort will er Gespräche zur Einberufung eines Verfassungsausschusses führen. De Mistura hofft nach eigenen Worten, den Ausschuss im November einberufen zu können. Das Gremium müsse "glaubwürdig" sein und zu gleichen Teilen mit Vertretern der syrischen Regierung, der Opposition und Vertretern der Zivilgesellschaft besetzt werden.

Der Verfassungsausschuss war im Januar bei der Syrien-Konferenz im russischen Sotschi in Aussicht gestellt worden. Der geplante Ausschuss solle eine neue Verfassung für das Bürgerkriegsland entwerfen und die "Grundlagen für freie und faire Wahlen unter Aufsicht der Vereinten Nationen" schaffen, forderten die Aussenminister von Deutschland, Ägypten, Frankreich, Jordanien, Saudi-Arabien, Grossbritannien und der USA.

In Syrien herrscht seit 2011 Bürgerkrieg. In dem Konflikt wurden mehr als 360'000 Menschen getötet. Millionen Syrer wurden in die Flucht getrieben.

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