Für die Partei von Premierminister Prayut Chan-o-cha stimmten am vergangenen Sonntag 8,4 Millionen Wähler, wie die staatliche Wahlkommission nach Auszählung aller Stimmen am Donnerstag mitteilte. Die grösste Partei der demokratischen Opposition, Pheu Thai, bekam 7,9 Millionen Stimmen. Zur Verteilung der 500 Sitze im Repräsentantenhaus äusserte sich die vom Militär eingesetzte Kommission nicht.

Damit ist weiterhin offen, wer in Bangkok künftig die Regierung bilden kann, das Lager der Militärs oder die demokratische Opposition. Die Wahl wird von Betrugsvorwürfen überschattet.

Die Mitteilung der Kommission kam für viele überraschend. Ursprünglich hatte sie die Bekanntgabe neuer Zahlen erst für Freitag angekündigt. Mehr als 2,1 Millionen Stimmen wurden für ungültig erklärt. Insgesamt waren etwa 51 Millionen Thailänder wahlberechtigt.

In dem südostasiatischen Königreich regiert seit einem Putsch 2014 das Militär. Der damalige Putschgeneral Prayut will als Premierminister im Amt bleiben. Durch ein geändertes Wahlrecht und eine neue Verfassung war er bei der Wahl klar im Vorteil.

Insgesamt sieben Parteien der demokratischen Opposition hatten sich am Mittwoch jedoch zu einer Allianz gegen die Militärs zusammengeschlossen. Allerdings haben die Militärs bei der Entscheidung über den künftigen Regierungschefs bereits 250 Stimmen aus dem Senat sicher.