Corona

Spanien öffnet Grenzen, König Felipe und Letizia werben für «sichere Ferien» - doch: kommen auch Touristen?

Die ersten Gäste treffen am Flughafen Madrid ein: Spanien hofft auf Sommertourismus.

Die ersten Gäste treffen am Flughafen Madrid ein: Spanien hofft auf Sommertourismus.

Die Regierung in Madrid beendet den Notstand. Die Sicherheitsmassnahmen bleiben hoch.

Ihre Majestät höchstpersönlich schlägt die Werbetrommel, um nach der Coronakrise und mehr als drei Monaten touristischem Stillstand das Feriengeschäft anzuleiern. «Spanien ist ein sicheres Urlaubsziel», versichert König Felipe und geht nun demonstrativ selbst auf grosse Spanienreise. Zu den ersten Zielen, die Felipe und Königin Letizia diese Woche besuchen wollen, gehören die Balearischen Inseln und die Kanaren.

Am Sonntag endete in Spanien nach fast 100 Tagen der Ausnahmezustand. Die einheimische Bevölkerung kann sich wieder unbeschränkt im ganzen Land bewegen. Und ausländische Touristen aus den Schengen-Staaten und aus Grossbritannien dürfen wieder per Auto, Flugzeug oder Schiff einreisen. Ohne Quarantänepflicht. Ohne Coronatest. Nur die Landgrenze zum Nachbarn Portugal bleibt noch bis zum 1. Juli geschlossen.

«Es beginnt eine neue Etappe», sagte Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez am Wochenende. Nach der wiedererlangten Reisefreiheit hofft die Tourismusbranche, dass die Sommersaison doch noch gerettet werden kann. Es gibt Hoffnung: Viele Ferienquartiere an der Küste melden einen Buchungsboom. Der Flugverkehr normalisiert sich wieder. Am Sonntag landeten auf Spaniens Flughäfen bereits 100 Maschinen aus dem Ausland. Allein auf Mallorca kamen 20 Passagierflugzeuge an.

Madrid und Barcelona besonders betroffen

Spanien gehörte zu den europäischen Corona-Hotspots. Laut offizieller Bilanz gab es 246000 durch Tests bestätigte Infektionen und 28500 Tote. Besonders die Ballungsgebiete Madrid und Barcelona waren betroffen. Die Ferieninseln sowie die Urlaubsregionen an der Festlandküste kamen glimpflicher davon. Inzwischen scheint die Lage unter Kontrolle, die Zahl der Neuinfektionen in ganz Spanien ist derzeit mit täglich 100-200 Fällen geringer als zum Beispiel in Deutschland.

Doch es geht die Angst vor einem Rückfall um. Auf Mallorca, wo im Zuge eines Testlaufs bereits am 15. Juni die ersten ausländischen Touristen ankamen, warnt eine Bürgerinitiative davor, dass die aus ganz Europa anreisenden Feriengäste das Virus wieder einschleppen könnten. Die Insel sei gut gerüstet, beruhigt der balearische Tourismusminister Iago Negueruela. Doch er appelliert an die Urlauber und an die Einheimischen, die Freiheit mit Verantwortungsgefühl zu geniessen. «Ein neuer Virus-Ausbruch wäre tödlich für die Tourismus-Saison», sagt er der Zeitung «Diario de Mallorca».

Maskenpflicht im Supermarkt

Die Sicherheitsmassnahmen in ganz Spanien sind gross. Schon bei der Ankunft auf den Flughäfen wird per Wärmebildkamera Fieber gemessen. Auch am Eingang vieler Hotels und Sehenswürdigkeiten wurden thermografische Kameras installiert, die bei 37,5 Grad Körpertemperatur anschlagen.

Zudem gelten strenge Hygieneregeln. Dazu gehört Maskenpflicht im Supermarkt, beim Shoppen, beim Betreten von Restaurants und Hotels, in Kirchen und Museen sowie in allen öffentlichen Verkehrsmitteln.

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