Mit einem Handelsvolumen von 12 Milliarden Franken ist China der fünftwichtigste Absatzmarkt für die Schweiz. Der Abstand zu Spitzenreiter Deutschland ist aber enorm. Maxime Botteron, Ökonom der Credit Suisse, geht nicht davon aus, dass das langsamere chinesische Wirtschaftswachstum einen «grösseren Einfluss» haben wird. «Die Schweizer Wirtschaft ist nicht sensitiv auf konjunkturelle Veränderungen in China», sagt er. Der Grund: Die Exporte nach Fernost sind von der chemischen und pharmazeutischen Industrie sowie der Medizintechnikbranche dominiert. Diese Branchen entwickeln sich unabhängig von der Konjunktur Chinas. Dennoch gibt es Branchen, die auf den Rückgang reagieren dürften – insbesondere die Lebensmittelindustrie. Für Schweizer Babymilchpulver-Hersteller wie Nestlé oder Hochdorf etwa ist China Absatzmarkt Nummer eins. Auch die Uhren- und Maschinenbauindustrie zeigt gemäss Botteron «eine messbare Sensitivität» auf konjunkturelle Veränderungen in China.

Schwieriger zu quantifizieren sind die indirekten Folgen. «Wenn die Exporte von Deutschland nach China zurückgehen, hat dies einen Effekt auf die Exporte von der Schweiz nach Deutschland», erklärt Botteron. Tatsächlich werden 20 Prozent der Schweizer Exporte nach Deutschland von dort wieder exportiert, ein Grossteil nach China. Das sind beispielsweise Schweizer Zulieferer für die Automobilindustrie.

Auch für die Uhrenindustrie sind negative Folgen zu erwarten. Chinesen kaufen Schweizer Uhren oft im Ausland – zum Beispiel als Touristen in der Schweiz. Die Uhrenverkäufe reagieren stark auf Ereignisse, die das Reiseverhalten der Chinesen verändern, wie etwa die Terroranschläge in Frankreich 2015. Danach ging die Zahl chinesischer Gäste in der Schweiz spürbar zurück.