Ägypten

Skandinavien holt Touristen raus – USA rät Bürgern zur Abreise

Nach den blutigen Unruhen in Ägypten haben die USA ihre Bürger zum Verlassen des Landes aufgerufen. Der UNO-Sicherheitsrat will sich in den nächsten Stunden in einer Dringlichkeitssitzung in New York beraten.

Nach den blutigen Unruhen in Ägypten haben die USA ihre Bürger zum Verlassen des Landes aufgerufen. Alle dort lebenden Amerikaner seien angehalten, aus dem nordafrikanischen Staat auszureisen, teilte das Aussenministerium in Washington am Donnerstag mit.

Grund seien die politischen und sozialen Unruhen in dem Land. Die US-Botschaft bleibe aber geöffnet. US-Bürger seien dringend dazu aufgerufen, Demonstrationen in Ägypten zu meiden. Selbst friedliche Proteste könnten sich schnell in gewalttätige Zusammenstösse verwandeln.

Skandinavien holt Touristen zurück

Mehrere skandinavische Reiseveranstalter entschieden, ihre Touristen aus dem Land zurückzuholen. Das meldete die dänische Nachrichtenagentur Ritzau am Donnerstagabend. Betroffen seien mehrere hundert Dänen, Norweger und Schweden.

Die Reiseveranstalter Star Tour, Ving, Apollo und Spies wollten ihre Gäste bis spätestens Montag wieder nach Hause holen. Künftige Reisen nach Ägypten würden bis Anfang Oktober eingestellt.

Anlass sei eine Reisewarnung der dänischen, schwedischen und norwegischen Regierungen, die vor unnötigen Reisen nach Ägypten abraten. Bislang hatte diese Warnung nur für Kairo und den Nord-Sinai gegolten.

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat seine Reisewarnung bis am Donnerstag noch nicht geändert. Reisen nach Ägypten sollten demnach auf die Badeorte am Roten Meer beschränkt werden. Von allen nicht dringenden Reisen in die übrigen Landesteile werde weiterhin abgeraten.

UNO-Sondersitzung

Der UNO-Sicherheitsrat will sich in den kommenden Stunden zu einer Sitzung in New York treffen. Frankreich, Grossbritannien und Australien hatten eine solche Sondersitzung der 15 Mitgliedstaaten beantragt. Einem Diplomaten zufolge ist eine öffentliche Erklärung des Sicherheitsrats aber unwahrscheinlich.

Bei der Räumung zweier Protestlager von Anhängern der Muslimbruderschaft in Kairo am Mittwoch und darauf folgenden Unruhen im ganzen Land waren nach neuen Regierungsangaben vom Donnerstag 578 Menschen getötet worden, darunter 43 Polizisten. Die Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi sprachen indes allein in Kairo von 2200 Toten und 10'000 Verletzten. (sda/cze)

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