Puerto Rico

Sex, Drogen und karibische Schönheit: Jennifer Lopez' Heimatinsel Puerto Rico

Neuer Lover, einflussreichster Promi der Welt - Jennifer Lopez ist zur Zeit in aller Munde. Ganz im Gegensatz zu ihrer Heimatinsel Puerto Rico, der in Europa kaum Beachtung geschenkt wird. Grund genug herauszufinden, was die Insel ausser schönen Frauen noch so alles zu bieten hat.

Jennifer Lopez wurde vor kurzem vom US-Wirtschaftsmagazin «Forbes» zur einflussreichsten prominenten Person der Welt gekürt. Entscheidend waren dabei das Einkommen und die wesentlich subjektivere Einschätzung von Ruhm, Medienpräsenz und Beliebtheit über den Zeitraum von einem Jahr.

Die Schauspielerin und Sängerin stammt von der amerikanischen Karibikinsel Puerto Rico und gilt als Sex-Symbol schlechthin.

Damit ist sie unter ihren Landsleuten keineswegs alleine: Bereits fünf Mal ist eine Puerto-Ricanerin zur schönsten Frau des Universums gekürt worden. Auch viele andere Promis sind auf Puerto Rico geboren und geniessen nun Weltbekanntheit.

Puerto Rico liegt zwischen der dominikanischen Republik und Südamerika (roter Kreis).

Puerto Rico liegt zwischen der dominikanischen Republik und Südamerika (roter Kreis).

Zwischen Kuba, der dominikanischen Republik und Südamerika liegt ein Stück amerikanischer Boden. Gerade einmal ein Fünftel so gross wie die Schweiz ist die Insel, die im Volksmund «Isla de Encanto», zu Deutsch Insel der Verzauberung, genannt wird.

Zu Zeiten der Kolonisation noch unter spanischem Regime, wurde Puerto Rico im spanisch-amerikanischen Krieg am Ende des 19. Jahrhunderts von der USA erobert. Bis heute ist die Insel ein US-amerikanisches Aussengebiet geblieben, was keineswegs unumstritten ist: Die Staatszugehörigkeit Puerto Ricos gibt in der amerikanischen Politik immer wieder zu reden.

Amerikaner? Südamerikaner? Nein, Puerto Ricaner!

Für die Bewohner der Insel stellt sich die Frage nicht: «Ich bin Puerto Ricaner», antworten sie einstimmig auf die Frage nach ihrer Zugehörigkeit.

Diese Einstellung gibt sich auch im Lebensstil der Einheimischen wieder. Ihr Herz schlägt zwar im Rhythmus Lateinamerikas - hispanoamerikanische Traditionen werden sorgfältig gepflegt, aber auch auf die positiven amerikanischen Gegebenheiten legen die Einheimischen Wert: Es wird sowohl nach hispanischem als auch nordamerikanischem Kalender gefeiert; so kommt es, dass im Juli gerade einmal vierzehn Tage gearbeitet wird.

«Eh gringos, qué haceis aquí?» - «Hey Gringos, was macht ihr hier», schreit eine junge, leichtbekleidete Puerto Ricanerin. Für sie sind alle Touristen Amerikaner - genau so wie alle anderen Weissen auch. Erst nach dem Ansprechen und einer kurzen Unterhaltung auf Spanisch, verschwindet ihre Abneigung langsam. Trotz finanzieller Abhängigkeit und dem Fakt, dass ein Grossteil der Touristen aus der USA stammt, ist die Antipathie gegenüber amerikanischen Staatsbürgern vor allem bei den jungen Einheimischen gross. Amerikaner sehen anders aus, kleiden sich anders und sind arrogant - so die Einstellung vieler Jugendlichen.

Die Reise beginnt in der Hauptstadt: San Juan liegt im Nordosten der Insel und beheimatet über 400'000 Einwohner. Nirgends auf der Insel ist die Hoteldichte höher als hier. Bei Touristen besonders beliebt ist die heimelige Altstadt «Old San Juan». Mit ihren engen Strassen und vielen Cafes und Bars lädt sie zum flanieren ein. Hier treffen sich Touristen und Einheimische, auf den Strassen wird getanzt und gesungen - Karibik wird hier gelebt wie im Bilderbuch.
Ganz in der Nähe befindet sich die Festung «Fort Felipe del Moro», die 1983 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes eingetragen wurde. Eindrücklich erheben sich die Mauern der Festung, die im 16 Jahrhundert von spanischen Eroberern errichtet wurde, auf den Klippen der Insel.

«Wenn du Respekt hast, respektieren sie dich auch»

Vordergründig scheint das Image der Insel zu glänzen: Die Städte sind sauber, die Polizeipräsenz hoch. Als Tourist fühlt man sich hier sicher. Wer jedoch den Blick hinter die Kulissen wagt, erkennt die Probleme, welche Puerto Rico, wie die meisten karibischen Inseln, plagen.

Direkt neben «Old San Juan» liegt das Slum-Viertel «La Perla». Das Quartier liegt ausserhalb der Stadtmauern, es herrscht also keine Gefahr, sich zufällig hierhin zu verirren. Davon ist auch stark abzuraten. Der Bezirk ist geprägt von Drogen, Waffenmissbrauch und Gewaltverbrechen. Die Menschen hier sind verarmt und kämpfen um ihre Existenz. Zwar erklärt ein Einheimischer: «Si tu tienes respeto, ellos también te respetan. Wenn du Respekt hast, werden sie dich auch respektieren», Trotzdem rät auch er davon ab, die Strassen «La Perlas» zu betreten. «Es kann sein, dass du nie zurückkehrst.»

Weiter östlich liegt die Kleinstadt Luquillo, umhüllt vom einzigen Naturschutzgebiet der Insel mit dem Regenwald «El Yunque». Der Weg dorthin ist dreckig und unzählige verschmutzte Industriebauten reihen sich aneinander. In Luquillo fallen jährlich 350 Milliarden Liter Regen und sichern so eine einzigartige Vielfalt von Pflanzen und Tieren.

«Liebe zu machen ist unsere Passion»

Was nur wenigen bekannt ist: Der Regenwald ist von Menschenhand geschaffen. Pflanzen und Tiere wurden aus den Regenwäldern Lateinamerikas und Asiens importiert und der Nationalpark nach und nach künstlich aufgestockt.

Der «Yunque» ist nebenbei das grösste Industriegebiet Puerto Ricos. «Producen un medicamento para la potencia. Algo como viagra» - «Die stellen hier so etwas wie Viagra her», erklärt Gloria, eine Einheimische, lachend. «Liebezumachen hat hier hohe Priorität.»

El Yunque

El Yunque

Mitten im Gespräch setzt heftiger Regen ein. «Ah, me gusta mucho. La lluvia asegura nuestra calidad de vida» - «Ich liebe den Regen, er sichert unsere Lebensqualität», sagt Gloria voller Freude. Über den verregneten Wäldern des «Yunque» ragt ein Aussichtsturm in die Höhe. Von dort sieht man bis nach San Juan sowie zu den vielen kleinen Schwester-Inseln, von denen Puerto Rico umgeben ist.

So oder so, wer in seinem Urlaub urbane Kulturen und bezaubernde weibliche Wesen erleben und trotzdem nicht auf atemberaubende Landschaften verzichten möchte, sollte unbedingt einen Abstecher nach Puerto Rico wagen. Denn der «reiche Hafen», wie die Insel auf deutsch heisst, ist eine wahre Perle der Karibik.

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