Afghanistan

Selbstmordattentäter rammt mit Sprengstoff-LKW Militärfahrzeug

Was nach dem Bombenanschlag in Kabul übrig geblieben ist.

Was nach dem Bombenanschlag in Kabul übrig geblieben ist.

Bei einem Selbstmordanschlag nahe dem Sitz der Loja Dschirga in Kabul sind am Samstag mindestens zehn Menschen getötet worden. 13 weitere wurden verletzt, wie die Behörden mitteilten. Die meisten von ihnen seien Zivilisten.

Der Attentäter habe einer Kontrolle an einem Polizeiposten entkommen wollen, hiess es. Vor der Explosion hätten Polizisten bereits das Feuer auf sein Fahrzeug eröffnet. Der Mann rammte schliesslich mit seinem Lastwagen voller Sprengstoff ein Militärfahrzeug.

Der Anschlag erfolgte im Westen der Stadt, etwa 500 Meter von dem Gebäude entfernt, wo die Grosse Ratsversammlung am kommenden Donnerstag zu ihren Beratungen über den Vertrag mit den USA zusammenkommen will. Die Sitzung soll vier Tage dauern.

Die Delegierten der afghanischen Stammesversammlung sollen über das Truppenstatut für die US-Soldaten im Land beraten. Die Nato will bis Ende 2014 ihre Kampftruppen aus Afghanistan abziehen, die dortigen Sicherheitskräfte aber weiter beraten und trainieren. Eine Grundvoraussetzung dafür ist das Abkommen der USA mit der Regierung in Kabul über den rechtlichen Status ihrer Truppen.

Immunität der US-Soldaten

Die Verhandlungen laufen bereits seit Monaten. Die USA verlangen, dass ihre Soldaten während des Einsatzes in Afghanistan dem Zugriff der afghanischen Justiz entzogen werden.

Die islamisch-fundamentalistischen Taliban warnten die rund 2500 Delegierten bereits davor, das Abkommen über ein Truppenstatut zu billigen. Wer zustimme, werde als "Verräter" bestraft, erklärten sie.

Afghanistans Präsident Hamid Karsai forderte die Taliban am Samstag auf, sich an der Stammesversammlung zu beteiligen. Sie seien eingeladen, zur Loja Dschirga zu kommen, um dort ihre Bedenken und Ansichten vorzubringen, sagte Karsai in Kabul. Die Taliban und die Gruppe Hesb-i-Islami, die zweitgrösste islamistische Miliz in Afghanistan, hatten eine Teilnahme bereits abgelehnt.

Zur Grossen Ratsversammlung (Loja Dschirga) werden 2500 Stammesälteste, Gelehrte, Mullahs und einflussreiche Persönlichkeiten aus 34 Provinzen erwartet.

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