Die Aktivitäten seien zwei Tage nach dem Scheitern des Gipfels des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump beobachtet worden. Das könne darauf hindeuten, dass Pjöngjang die Anlage wieder aufbauen wolle.

Von der im Westen Nordkoreas gelegenen Anlage aus waren 2012 und 2016 Trägerraketen mit Satelliten gestartet. International wurden die Starts aber als Tests ballistischer Raketen gewertet und scharf verurteilt. Auf dem Sohae-Gelände befinden sich eine Testanlage für Raketenantriebe und eine Abschussrampe.

Kim Jong Un mit Donald Trump letzte Woche in Vietnam

Kim Jong Un mit Donald Trump letzte Woche in Vietnam

Die nun registrierten Aktivitäten könnten laut CSIS ein Zeichen dafür sein, dass Nordkorea nach dem Scheitern des Gipfeltreffens von Hanoi "Entschlossenheit" zeigen wolle.

Die Anlage habe seit August 2018 stillgelegen. Dies deute darauf hin, dass die nun registrierten Aktivitäten "absichtlich und zielgerichtet" seien.

Satellitenaufnahmen der Raketenanlage Sohae vom 3. August 2018. Zwei Tage nach dem Gipfeltreffen zwischen Kim Jong Un und Donald Trump wurden hier Aktivitäten registriert.

Satellitenaufnahmen der Raketenanlage Sohae vom 3. August 2018. Zwei Tage nach dem Gipfeltreffen zwischen Kim Jong Un und Donald Trump wurden hier Aktivitäten registriert.

Lebensmittelknappheit in Nordkorea

Indessen haben die Vereinten Nationen vor einer Lebensmittelknappheit in Nordkorea gewarnt. Das Land hat nach UN-Angaben im vergangenen Jahr die schlechtesten Ernten seit mehr als einem Jahrzehnt eingefahren.

Dadurch sei eine grosse "Lebensmittel-Lücke" entstanden. Die Gesamterntemenge sei um 500'000 Tonnen auf 4,95 Millionen Tonnen zurückgegangen, erklärte UN-Koordinator Tapan Mishra am Mittwoch.

Kurz vor dem zweiten Gipfeltreffen zwischen dem koreanischen Machthaber Kim Jong Un und dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump hatte Nordkorea bereits vor einer Hungersnot in dem verarmten Land gewarnt.

Es fehlten rund 1,4 Millionen Tonnen Lebensmittel, heisst es in dem zweiseitigen undatierten Bericht Nordkoreas an die Vereinten Nationen.

Atomwaffenprogramm anstatt Landwirtschaft

Als Ursache für die Hungersnot führte der Bericht hohe Temperaturen an, sowie Dürreperioden, Fluten und Uno-Sanktionen gegen das Land. Die Regierung in Pjöngjang müsse deshalb die Essensrationen für die Bevölkerung fast halbieren.

In dem international isolierten und bergigen Land fehlt es an moderner landwirtschaftlicher Technologie und an Düngemitteln. Nur 20 Prozent der Fläche gilt als landwirtschaftlich nutzbar.

Kritiker werfen der Führung in Pjöngjang zudem vor, jahrzehntelang den Ausbau der Armee und des Atomwaffenprogramms auf Kosten der Bevölkerung vorangetrieben zu haben