Wikileaks

Prozess gegen mutmasslichen Wikileaks-Informanten Manning begonnen

Eine Frau unterstützt die Freilassung von Bradley Manning (Archiv)

Eine Frau unterstützt die Freilassung von Bradley Manning (Archiv)

Vor einem US-Militärgericht hat der Prozess gegen den mutmasslichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning begonnen. Der Obergefreite wird im Zusammenhang mit den Enthüllungen der Website Wikileaks des Geheimnisverrats verdächtigt.

Mannings Verteidigung warf dem Gericht bei der Anhörung am Freitag auf dem Stützpunkt Fort Meade nahe Washington Befangenheit vor. Der Ermittlungsrichter Paul Almanza wies den Vorwurf zurück und lässt sich nicht austauschen. Mannings Anwalt hatte ihm vorgehalten, in seinem zivilen Leben als Staatsanwalt und damit für das Justizministerium tätig zu sein.

Beim Gerichtstermin soll überprüft werden, ob die Beweise gegen Manning für ein Verfahren ausreichen. Die Anhörung kann bis zu fünf Tage dauern.

Der Obergefreite war im Mai 2010 festgenommen worden, weil er während seiner Stationierung im Irak Wikileaks hunderttausende Geheimdokumente zugespielt haben soll.

Manning werden eine Reihe von Straftaten zur Last gelegt, am schwersten wiegt der Vorwurf der Feindesunterstützung, der theoretisch mit dem Tod bestraft werden könnte. Die Militärankläger hatten aber erklärt, auf die Forderung nach der Todesstrafe zu verzichten. Nun droht dem 23-Jährigen Manning im Fall einer Verurteilung lebenslange Haft.

Assange zieht vor höchste Instanz

Wikileaks-Gründer Julian Assange zieht unterdessen mit seinem Widerspruch gegen eine Auslieferung nach Schweden vor die höchste Instanz. Der Supreme Court in London nahm die Berufung des Australiers am Freitag an.

Zuvor hatte ihm der High Court am 5. Dezember grünes Licht gegeben, das höchste britische Gericht anzurufen. Die zweitägige Anhörung wird am 1. Februar nächsten Jahres beginnen, kündigte das Gericht am Freitag an.

Die schwedische Justiz hatte mit einem EU-weiten Haftbefehl die Auslieferung von Assange gefordert. Er wird in dem skandinavischen Land beschuldigt, zwei Frauen sexuell belästigt und vergewaltigt zu haben. Eine Anklage gegen Assange gibt es nicht. Zwei Gerichtsinstanzen in Grossbritannien hatten die Auslieferung jedoch bereits für rechtens befunden.

Der 40-Jährige lebt seit einem Jahr unter strengen Auflagen im Haus eines Freundes in England. Er muss eine elektronische Fussfessel tragen und sich täglich bei der örtlichen Polizeistation melden.

Assange selbst will die Auslieferung verhindern. Er befürchtet, von Schweden aus in die USA abgeschoben zu werden. Seine Internetplattform Wikileaks hatte im vergangenen Jahr zahlreiche Unterlagen aus dem US-Verteidigungsapparat zu den Kriegen im Irak und Afghanistan veröffentlicht, die für die USA unangenehm waren.

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