Die Verhandlung am Neuenburger Polizeigericht fand bereits am 7. September statt. Im nun veröffentlichten Urteil hielt die Gerichtspräsidentin zwar fest, dass sich der Priester nicht angemessen verhalten habe. Gemäss Strafgesetzbuch seien seine Handlungen aber nicht strafbar.

Die Klage vom April 2008 bezog sich auf einen Vorfall von 2001. Der Priester soll die Frau nackt massiert haben, als diese an Entzugserscheinungen im Zusammenhang mit einer Drogensucht litt. Die Behandlung habe am Wohnort der Klägerin stattgefunden und auf deren Ersuchen, hielt das Gericht fest.

Dass der Priester die Frau am Geschlecht und an der Brust berührt hatte, bedeutete für das Gericht keine sexuelle Nötigung. Wegen Verjährung wies es auch die Beschuldigung wegen Ausnützens einer Notlage der Klägerin ab. Auch habe der Priester nicht eine des Urteils und des Widerstands unfähige Person ausgenutzt.

Das Polizeigericht sprach den Priester deshalb frei. Der 74-jährige Rentner hatte vor den Schranken bestritten, dass die fraglichen Vorfälle sexuellen Charakter gehabt hätten. Im Kanton Freiburg war er zuvor ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt gewesen. Das Verfahren wurde allerdings wegen Verjährung eingestellt.