"Es gibt zwei Übel: Eine Militärintervention oder ein sich hinschleppender Bürgerkrieg", sagte Kodmani. Wenige Tage vor der für Freitag geplanten internationalen Syrien-Konferenz in Tunis schlossen die USA eine Bewaffnung der Rebellen nicht mehr aus.

"Wir glauben nach wie vor, dass eine politische Lösung nötig ist", sagte der Sprecher des US-Präsidialamtes Jay Carney. Die USA wollten keine Schritte unternehmen, die zu einer weiteren Militarisierung in Syrien führen würden. "Aber wir schliessen zusätzliche Massnahmen nicht aus", erklärte Carney.

Auf die Frage, ob die US-Regierung ihre ablehnende Haltung gegenüber einer Bewaffnung der Rebellen ändere, sagte eine Sprecherin des Aussenministeriums: Wenn der Druck auf das Regime von Präsident Baschar al-Assad nicht genüge, "dann müssen wir möglicherweise weitere Massnahmen in Betracht ziehen".

US-Aussenministerin Hillary Clinton nimmt an der von den USA und der Arabischen Liga unterstützten Syrien-Konferenz teil, die eine Lösung in dem seit elf Monaten dauernden Konflikt suchen soll. Russland hat eine Teilnahme an dem Treffen abgelehnt, weil nur die Opposition, nicht aber die Regierung vertreten sei.

Westliche Journalisten getötet

Hinter einen Aufruf des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), in der Stadt Homs und anderen umkämpften Gegenden eine tägliche zweistündige Kampfpause zur Versorgung der Bevölkerung einzuhalten, stellte sich am Mittwoch auch Moskau.

Die humanitäre Lage in Homs verschlechterte sich dramatisch, wie Aktivisten berichteten. Desertierte Soldaten würden versuchen, die Versorgung der Menschen im besonders betroffenen Stadtteil Baba Amr sicherzustellen. Dies sei aber sehr schwierig.

In der Protesthochburg wurden am Mittwoch auch ein französischer Fotograf und eine US-Journalistin getötet. Die beiden Reporter wurden nach Angaben von Oppositionsaktivisten von einer Granate getroffen, die durch die syrische Armee abgefeuert wurde.

Bei den Getöteten handelt es sich um die US-Amerikanerin Mary Colvin, die für die britische "Sunday Times" tätig war, und den für die Agentur IP3 Press arbeitenden französischen Fotoreporter Rémi Ochlik. Zwei weitere Journalisten, ein Brite und eine Französin, wurden bei dem Dauerbeschuss von Baba Amr verletzt, wie es hiess.