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Österreich sieht grosse Chance zur Verhinderung eines Lockdowns

Covid-19 Schnelltests am Flughafen Wien in Schwechat. Foto: Helmut Fohringer/APA/dpa

Covid-19 Schnelltests am Flughafen Wien in Schwechat. Foto: Helmut Fohringer/APA/dpa

Die Regierung in Österreich ist zuversichtlich, dass ein zweiter Lockdown verhindert werden kann.

Die eingeleiteten Massnahmen sollten ausreichen, das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag in Wien. Er sei jedenfalls "sehr, sehr optimistisch".

Nur acht Prozent der Intensivbetten in den Kliniken seien aktuell mit Covid-Patienten belegt. Dieser Wert dürfte nach einer Prognose in den nächsten Wochen auf zwölf Prozent steigen. Es gebe also viel Luft nach oben, sagte er. In Österreich ist der drohende Zusammenbruch des Gesundheitssystems gesetzliche Voraussetzung für einen Lockdown.

Anschober verteidigte zugleich die zeitliche Verzögerung beim Inkrafttreten der neuen Anti-Corona-Massnahmen. Das Paket sehe umfassende Eingriffe vor, auf die sich die Menschen einrichten können müssten. Entgegen der Ankündigung der Regierungsspitze treten die Massnahmen erst am Sonntag in Kraft. Geplant war der (heutige) Freitag. Eine entsprechende Verordnung war erst wenige Stunden vor dem ursprünglichen Termin fertig geworden. Die oppositionellen liberalen Neos kritisierten das in der Wiener Zeitung "Kurier" (Freitag) als "rechtsstaatlichen Dilettantismus".

Laut Verordnung ist wieder ein Mindestabstand von einem Meter im öffentlichen Raum vorgeschrieben. Bei privaten Feiern beträgt die Obergrenze sechs Personen drinnen und zwölf Personen draussen. Bei professionellen Veranstaltungen im Kultur- und Sportbereich ist das Limit 1000 Besucher drinnen und 1500 draussen. Es herrscht vielerorts Maskenpflicht.

Unterdessen hat Österreich seine Corona-Ampel für 25 Bezirke und Regionen angesichts der sich ausweitenden Corona-Pandemie auf Rot gestellt. Betroffen sind unter anderem bei Touristen beliebte Gegenden wie Zell am See oder St. Johann im Pongau. Im Bundesland Tirol wurde auch der Bezirk Landeck rot eingestuft; in diesem Bezirk liegt der Wintersportort Ischgl, der im März zu einem Corona-Hotspot wurde. Die Corona-Ampel soll die Infektionslage jede Woche neu bewerten.

Die Zahl neu gemeldeter Fälle ist binnen sieben Tagen österreichweit auf 134 pro 100 000 Einwohner gestiegen. Das sei ein mit Italien vergleichbarer Wert, der zugleich deutlich über der deutschen Entwicklung liege, sagte Anschober.

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