Rebellengruppen machen die syrische Luftwaffe für die Zerstörung verantwortlich. Staatliche Medien sprechen von einem Sabotageakt der Opposition, die offenbar den rund 10 Kilometer von Stadtzentrum entfernt liegenden Vorort Khan al-Scheikh kontrolliert. In der von einem Libanesen geführte Nestle-Fabrik waren bis vor acht Monaten Maggiwürfel, Nescafe, das Getreidepräparat Cerelac, das Malzgetränk Milo sowie das Milchpulver Nido hergestellt worden. Die 1997 in Betrieb genommene Anlage galt als eine der modernsten im Nahen Osten. Mit einem Umsatz von 155 Millionen Dollar (2010) gehörte der Nestle-Konzern, der in Syrien fast 500 Mitarbeiter beschäftigte, auch zu den grössten Steuerzahlern des Landes.

Quelle: youtube/Michael Clinton

Nestle-Fabrik in Damaskus zerstört

Im Internet-Chatrooms hat die Zerstörung der Fabrik einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die Rede ist von einem „barbarischen Verbrechen", das sich ausschliesslich gegen die Zivilbevölkerung richte.

In einer im Januar veröffentlichten Studie beziffert das syrische Zentrum für Politik-Forschung (SCPR) die durch den Bürgerkrieg verursachten Verluste für die syrische Wirtschaft auf bislang 48.8 Milliarden Dollar. Das entspricht 81.7 % des Bruttoinlandsproduktes von 2010. Der Abwärtstrend beschleunige sich mit der Dauer der Krise. Neben dem Bürgerkrieg haben auch die gegen Syrien verhängten Sanktionen nachhaltige Auswirkungen. Betroffen ist vor allem der Erdölsektor mit Verlusten von 3.9 Milliarden Dollar.