Irak

Nach Massenprotesten droht Iraks Regierungschef Entmachtung

Adel Abdul-Mahdi hatte seinen Posten als Chef einer fragilen Koalitionsregierung erst vor einem Jahr nach wochenlangem politischen Ringen angetreten. (Archivbild)

Adel Abdul-Mahdi hatte seinen Posten als Chef einer fragilen Koalitionsregierung erst vor einem Jahr nach wochenlangem politischen Ringen angetreten. (Archivbild)

Der irakische Ministerpräsident Adel Abdul Mahdi hat im Zuge der Anti-Regierungsproteste den Rückhalt der beiden stärksten Lager im Parlament verloren.

Der populistische Schiiten-Geistliche Moktada al-Sadr, der Chef der grössten Fraktion ist und sein Rivale von der Allianz vom Iran unterstützter Schiiten-Milizen, Hadi al-Amiri, einigten sich nach eigenen Angaben darauf, Abdul Mahdi aus dem Amt zu drängen.

"Wir werden zusammenarbeiten, um die Interessen des irakischen Volkes zu schützen und die Nation in Übereinstimmung mit dem öffentlichen Interesse zu retten", teilte Amiri am späten Dienstagabend mit. Zuvor hatte Sadr Abdul Mahdi gebeten, Neuwahlen anzusetzen. Nachdem der Ministerpräsident dies ablehnte, forderte Sadr Amiri zur Kooperation zur Entmachtung des Regierungschefs auf.

Abdul Mahdi hatte seinen Posten als Chef einer fragilen Koalitionsregierung erst vor einem Jahr nach wochenlangem politischen Ringen angetreten. Er war der Kompromisskandidat von Sadr und Amiri, die beide selbst nicht genug Stimmen für die Bildung einer Regierung erhalten hatten.

Anfang Oktober sind Massenproteste gegen die Regierung ausgebrochen. Bei Zusammenstössen mit den Sicherheitskräften wurden dabei mindestens 250 Menschen getötet. Die Proteste richten sich gegen die hohe Arbeitslosigkeit, Misswirtschaft und Korruption im Land. Nach fast zwei Jahren relativer Stabilität stürzten sie den Irak in neue Unruhen.

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