Seger bezeichnete die Veranstaltung als "einen der seltenen Momente, wo wir das tun, was eigentlich jeden Tag an der UNO passieren sollte: Das Nachdenken über die Verhütung und die Abschaffung von Krieg".

Der Botschafter erinnerte daran, dass die UNO-Gründungsurkunde mit den Worten beginnt: "Wir, die Völker der Vereinten Nationen, sind entschlossen, kommende Generationen vor der Geissel des Krieges zu bewahren."

Der Botschafter zeigte sich in seiner Rede überzeugt, dass eine friedlichere Welt erreicht werde, wenn mehr Frauen bei Friedensgesprächen eine tragende Rolle spielen und Führungspositionen einnehmen würden.

Nicht nur Träumer wollen Frieden

Nicht nur Träumer - wie in John Lennons Song "Imagine" - wollten Frieden, sagte Seger. Er verwies auf Verträge, durch die auch gehandelt werde, so den Briand-Kellog Pakt aus dem Jahr 1928, der Krieg als Werkzeug der Politik verbietet.

Der Botschafter rief zur weltweiten Kampagne zur Ratifikation eines Gesetzeszusatzes auf, durch den das Verbrechen der Aggression klar definiert und der Gerichtsbarkeit des Internationalen Strafgerichtshofes ICC unterstellt wird.

Seger forderte die UNO-Mitglieder dazu auf, sich dem Waffenhandelsvertrag anzuschliessen, den diese Woche fast 70 Länder unterzeichnet haben. "Wenn wir den illegalen Fluss von Waffen eindämmen, die täglich Tausende töten, sind wir dem Ende von Krieg einen Schritt näher", sagte der Botschafter.

Zu spät und zu hart

Der UNO-Sicherheitsrat trete oft zu spät in Aktion, und dann zu hart, so Seger weiter. Der Rat sollte sich laut dem Botschafter auf seine Hauptverantwortung besinnen, Kriege zu verhindern, bevor interveniert werden müsse. Zusammen mit 20 anderen Ländern bemühe sich die Schweiz zudem in der Gruppe ACT um verbesserte, transparentere Arbeitsmethoden des mächtigsten UNO-Gremiums, das militärische Einsätze beschliessen kann.

Die Teilnehmer an der Diskussionrunde machten auf die vielen andauernden gewalttätigen Konflikte aufmerksam, bei denen kein Ende in Sicht sei. Aufzuräumen sei mit der Vorstellung, Krieg sei heroisch, sagte die Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams. "Krieg ist die Zerstörung der Leben von Kindern. Er ist eine Verschwendung von Geld, das für die Bedürfnisse der Menschen verwendet werden könnte," sagte Williams.

Die Militarisierung hat laut der UNO-Abteilung für Information jede Ecke des globalen Dorfes erreicht. Über 1,7 Billionen Dollar werden weltweit für die Rüstung ausgegeben. Nach Ansicht von UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon ist "die Welt überbewaffnet und der Frieden unterfinanziert".