Zugleich dankte Trump Tillerson für dessen Arbeit. Als Nachfolgerin von Pompeo ernannte Trump dessen Stellvertreterin Gina Haspel, die somit als erste Frau an der Spitze des US-Auslandsgeheimdienstes stehen wird. "Gratulation an alle!"

In der Vergangenheit war es wiederholt zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Trump und Tillerson gekommen. Immer wieder wurde über dessen Ablösung spekuliert.

So hat Trump auch unterschiedliche politische Ansichten als Grund für Tillersons Abgang eingeräumt. Er habe eine andere Denkweise als sein Aussenminister gehabt, sagte Trump am Dienstag vor Journalisten in Washington.

Als Beispiel nannte er etwa den Atomdeal mit dem Iran. Er habe aus dem Abkommen aussteigen wollen, Tillerson nicht, sagte Trump. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass Tillerson seinen Posten räumt und der Präsident ihn mit dem bisherigen CIA-Direktor Mike Pompeo ersetzt. Mit diesem glaube er, besser zusammenarbeiten zu können.

Anhänger der konservativen Tea Party

Pompeo gilt als glühender Anhänger von Trump. Aussenpolitisch sei er ein Falke. Mehrfach hat er sich für ein Aufkündigen des Atom-Deals mit dem Iran stark gemacht. Einen Regimewechsel in Nordkorea hält er für eine willkommene Entwicklung

Mike Pompeo.

Mike Pompeo.

Von allen Spitzen des US-Geheimdienstapparates wird der Republikaner als derjenige mit der bei weitem grössten Loyalität zu Trump beschrieben. Wiederholt hat er Trump gegen Kritik verteidigt. Berichten zufolge hat er den Präsidenten vor allem in den regelmässigen Sicherheitsbriefings für sich eingenommen.

Pompeo ist profilierter Anhänger der konservativen Tea Party, die die Republikaner vor einigen Jahren weiter nach rechts getrieben hat. Er ist Absolvent der Militärakademie West Point und der Universität Harvard.

Michael Richard "Mike" Pompeo vertrat von 2011 an den Bundesstaat Kansas im Repräsentantenhaus, bevor er 2017 zur CIA wechselte. Der US-Senat segnete ihn mit 66 zu 32 Stimmen ab.

Ex-Mitarbeiter von Donald Trump:

Im Wahlkampf 2016 war Pompeo ein profilierter Kritiker der Demokratin Hillary Clinton. Er unterstützte FBI-Direktor James Comey öffentlich darin, kurz vor der Präsidentenwahl das Thema ihres privaten E-Mail-Servers neu anzugehen.

Pompeo wird als fleissig beschrieben, aber auch als aggressiv gegenüber Mitarbeitern.

Erstmals eine Frau an CIA-Spitze

An die Spitze des Auslandsgeheimdiensts CIA tritt mit der bisherigen Vizedirektorin Gina Haspel erstmals eine Frau. Sowohl Pompeo als auch Haspel müssen vom Senat bestätigt werden.

Der personelle Wechsel reiht sich ein in eine Reihe von Rücktritten und Entlassungen in Trumps Administration. In der vergangenen Woche hatte Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn angekündigt, er werde das Weisse Haus verlassen. (sda/sam)