USA

«Halten Sie die Klappe, Mr. President» – die Polizei wendet sich gegen Donald Trump

Mit einem Kniefall haben Polizisten in den USA in den vergangenen Tagen ihre Solidarität mit Demonstranten ausgedrückt. Derweil kritisiert ein Polizeichef den Präsidenten scharf.

(dpa/jus) In verschiedenen Städten knieten Beamte nieder, senkten ihre Köpfe zum Gebet oder umarmten Menschen, die zu Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus auf der Strasse waren. In Lexington im US-Bundesstaat Kentucky beteten nach einem Bericht des Fernsehsenders CNN Polizisten und Demonstranten gemeinsam. Das Video dazu kursiert derzeit auf Twitter:

In der Gemeinde Flint Township im US-Bundesstaat Michigan legte Sheriff Chris Swanson Helm und Schlagstöcke ab und schloss sich den Demonstranten an. Auf einem viel verbreiteten Video ist zu sehen, wie Swanson sagt: «Ich möchte dies zu einer Parade machen - nicht zu einem Protest. Der einzige Grund, warum wir hier sind, ist sicherzustellen, dass Ihr eine Stimme habt - das ist alles.»

Im New Yorker Stadtteil Queens knieten mehrere Polizisten ebenfalls. Ähnliche Szenen gab es in der Nähe von Miami. In Washington knieten Polizisten vor einem Hotel von US-Präsident Donald Trump. In Houston, der grössten Stadt des Bundesstaats Texas, lief ein Polizist Arm in Arm mit einer Demonstrantin.

Auslöser der Proteste ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota

Polizeichef: «Halten Sie den Mund, Mr. President»

Nach den Ausschreitungen hat US-Präsident Donald Trump demokratische Bürgermeister und Gouverneure zu einem schärferen Durchgreifen aufgerufen. «Legen Sie eine härtere Gangart ein», schrieb Trump am Sonntag (Ortszeit) auf Twitter. In einer Telefonkonferenz sagte Trump, dass die US-Gouverneure schwach seien und dominieren müssten dominieren. Christiane Amanpour, Moderatorin des amerikanischen Fernsehsenders CNN, sprach Houstons Polizeichef Art Acevedo in einem Interview darauf an und fragte, wie die Polizei nach mit den Demonstranten umgehen sollte. Art Acevedo richtete sich an den Präsidenten und sagte:

Es gehe nicht ums Dominieren, sondern darum, die Herzen zu gewinnen, so Art Acevedo weiter. «Wir wollen nicht, dass die Menschen Freundlichkeit mit Schwäche verwechseln.»

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