Das erklärte die Staatsanwaltschaft in Mexiko-Stadt am Freitag. Lozoya und seine Familienangehörigen sollen in den Korruptionsskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verwickelt sein.

Lozoya, der von 2012 bis 2016 den Ölkonzern Pemex führte, wird vorgeworfen, mehr als zehn Millionen Dollar Schmiergeld von Odebrecht, dem grössten Baukonzerns Lateinamerika, angenommen zu haben. Die Zahlungen sollen 2012 begonnen haben, als der Mexikaner Chef-Stratege im Wahlkampf des späteren Präsidenten Peña Nieto war. Angeblich flossen Teile des Geldes auch in die Wahlkampfkassen.

In einem anderen Fall wird Lozoya zudem der Geldwäscherei beschuldigt. Der Manager weist alle Vorwürfe zurück und sieht sich als Opfer "medialer Verfolgung". Sein Aufenthaltsort war zunächst unklar. Lozoyas Anwalt teilte mit, sein Mandat halte sich in Mexiko auf.

Mehrere Staaten betroffen

Die Korruptionsaffäre um den brasilianischen Odebrecht-Konzern erschüttert mehrere Staaten Lateinamerikas. Seit 2014 brachten die Ermittlungen ein ausgeklügeltes System zur Zahlung von Schmiergeldern an Politiker, Parteien, Staatsbeamte und Manager zutage. Das Unternehmen Odebrecht gab zu, in zwölf Ländern - darunter auch Mexiko - hunderte Millionen Dollar gezahlt zu haben, um an Aufträge zu kommen.

In Ländern wie Brasilien, Peru und Kolumbien wurden in der Folge ehemalige Staatschefs und hochrangige Regierungsvertreter festgenommen und vor Gericht gestellt. In Mexiko hat es bislang keine Festnahmen gegeben.

Die Ermittlungen gegen die mexikanischen Verzweigungen des Odebrecht-Skandals seien "auf verwerfliche Weise für eine sehr lange Zeit eingefroren gewesen", erklärte die Staatsanwaltschaft nun. Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador, der im Dezember die Regierungsgeschäfte von Peña Nieto übernommen hatte, scheint dies ändern zu wollen.